Hyperhidrose

Die Hyperhidrose kennzeichnet eine übermäßige Schweißproduktion (bis zu 20 Liter pro Tag), vornehmlich im Bereich der Achseln (Hyperhidrosis axillaris), Hand- oder Fußinnenflächen Hyperhidrosis manuum et pedum), die unabhängig von der Außentemperatur oder körperlichen Aktivitäten auftreten kann und eine enorme psychische Belastung für die Betroffenen darstellt. In seltenen Fällen sind auch der gesamte Körper (Hyperhidrosis generalisata) oder aber das gesamte Gesicht (Hyperhidrosis facialis) betroffen.

Nahezu zwei Prozent der Bevölkerung leiden unter den verschiedenen Formen der abnormen Schweißbildung. Dabei kommen zum einen Erkrankungen, Störungen der Schweißdrüsen und spezielle Medikamente, zum anderen psychisch und physisch bedingte Aspekte wie z.B. Stress, Angst oder Schmerz als Auslöser in Betracht.

Schweiß ist für die Physiologie des Organismus lebensnotwendig. Er dient der Kühlung der Körperoberfläche und somit der unter der Haut gelegenen Gefäße. Zusätzlich wird der Säureschutzmantel (Abwehrfunktion) der Haut aufrecht erhalten. Eine patholgische Schweißsekretion kann neben der psychischen Belastung auch zu weiteren Problemen führen. Die andauernd aufgeweichte Haut bietet einen idealen Ort für Bakterien und Pilze. Schweißnasse Füße in festem Schuhwerk können ebenfalls mit Läsionen und Bildung von Warzen reagieren.

Zur Behandlung stehen konservative und operative Methoden zur Wahl. Die einfachste, meist jedoch nicht ausreichend wirksame Methode ist die Verwendung eines Antitranspirants. Hierdurch werden die Ausführungsgänge der Schweißdrüsen kurzfristig verklebt. Botulinumtoxin ist ein Nervengift, welches bei Injektion in die betreffenden Schweißdrüsen zu einem Einhalten der Schweißproduktion führt. Die Behandlung ist aufwendig, zum Teil schmerzhaft und benötigt bis zu 60 Einstiche pro befallenem Areal. Zudem ist die Wirkung zeitlich begrenzt.

Auch Medikamente können die Schweißbildung eindämmen. Die Iontophorese ist eine Gleichstromtherapie, die sich besonders für Hände und Füße eignet. Der Strom wird in ein Salzbad geleitet und führt bei Eintauchen der Körperregionen zu einer Hemmung der Sekretion der Schweißdrüsen. Der Prozess muss mehrfach wiederholt werden und führt nicht immer zum gewünschten Ergebnis.

Zu den operativen Maßnahmen zählen die Exzision der Schweißdrüsen und die subkutane Saugkürretage, bei der über mehrere Hautinzisionen die Drüsen abgesaugt und die Nerven verödet werden. Liegt eine nerval bedingte Störung der Schweißsekretion vor, kann auch eine endoskopische transthorakale Sympathektomie durchgeführt werden, bei der die sympathischen Nervenausläufer durchtrennt werden, die somit keine Impulse mehr weiterleiten können.

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