Impfkosten bei Reisen ins Ausland werden nicht immer von der Kasse übernommen

Dienstag, 27. April 2010

Die Zeitschrift Finanztest hat im Vorfeld der beginnenden Urlaubssaison untersucht, welche Impfungen bei Reisen ins Ausland von welcher Krankenkasse übernommen werden und welche nicht. Dabei stellte sie fest, dass es keine einheitliche Regelung unter den Kassen gibt. Zum Teil werden alle Impfkosten getragen, zum Teil erhält das Kassenmitglied einen Zuschuss. Daneben werden die Kosten aber auch vielfach gar nicht übernommen und müssen aus privater Tasche finanziert werden.

Das Robert-Koch-Institut (RKI) gibt jedes Jahr Empfehlungen heraus, in denen es besonders wichtige Erkrankungen aufzählt, die durch Impfung verhindert und eingedämmt werden können. Hierzu zählen vor allem Typhus (schwere, durch Bakterien verursachte Durchfallerkrankung), FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis, wird durch Zeckenbiss übertragen), Hepatitis (Entzündung der Leber), Cholera (lebensbedrohliche bakterielle Infektionskrankheit), Meningitis (Hirnhautentzündung), Tollwut (lebensbedrohliche virale Infektionskrankheit), Influenza (Virusgrippe) und Gelbfieber (vor allem in tropischen Gebieten auftretende, durch Stechmücken übertragene Viruserkrankung).

Die aus drei Einzeldosen bestehende Impfung gegen Hepatitis A und B z.B. kostet ca. 230 Euro und muss bei einigen Krankenkassen vom Reisenden selbst bezahlt werden. So verhält es sich auch in vielen anderen Fällen, wodurch zum Teil hohe zusätzliche finanzielle Belastungen drohen.

Die Zeitschrift rät, sich frühzeitig (mindestens acht Wochen vor Reisebeginn) über die jeweils für das Urlaubsziel notwendigen Präventionsimpfungen und die dabei anfallenden Kosten zu informieren und bereits im Vorfeld die mögliche Kostenübernahme mit der Krankenkasse abzuklären. Daneben bedürfen einige Impfungen auch eines längeren Vorlaufs zur Entwicklung ausreichender Antikörper (z.B. die FSME-Schutzimpfung, die im Zeitraum von mehreren Monaten an drei Terminen injiziert werden muss).

Viele Krankenkassen richten sich bereits nach dem Empfehlungen des RKI. Wer viel verreist, sollte sich bei seiner Krankenkasse über die angebotenen Schutzimpfungen informieren und gegebenenfalls die Kasse wechseln.

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