Zukunftsängste belasten die Gesundheit

Freitag, 7. Mai 2010

Die zunehmende Sorge der Bevölkerung bezüglich der Wirtschaftlage und der Situation auf dem Arbeitsmarkt führt bei vielen Menschen zu einer spürbaren Zunahme körperlicher Beschwerden.

In einer Studie aus dem Jahre 2007 zeigt das schwedische Karolinska-Institut den Zusammenhang zwischen psychischen Verstimmungen und seelischem Druck mit gastro-ösophagealen Symptomen auf. Diese nehmen mit ansteigender Depression und Sorge zu und führen zu einer vermehrten Produktion von Magensäure, was sich durch saures Aufstoßen oder einem brennenden Gefühl hinter dem Brustbein äußert.

In Deutschland lässt sich diese Studie auf die aktuelle Situation übertragen. Hier kommt es in letzter Zeit zu einer Zunahme von Reflux-Erscheinungen in Form von Sodbrennen oder saurem Aufstoßen. Dies deckt sich mit der bei zwei von drei Deutschen geäußerten Meinung, dass sich die persönliche Lage durch steigende Arbeitslosigkeit, den möglichen Verlust der eigenen Arbeit und wirtschaftliche Einbußen insgesamt weiter verschlechtern wird. Die daraus resultierende Angst kann die körperliche Symptomatik verursachen.

In einer wissenschaftlichen Untersuchung wurden 3000 Menschen mit Reflux-Erscheinungen zu ihrer persönlichen Situation befragt. Dabei konnte aufgezeigt werden, dass das Risiko eines Refluxes bei Menschen mit Zukunftsängsten 3,2-fach erhöht war. Die zunehmende Sorge um das persönliche Wohl führt zu einer andauernden Anspannung des Organismus. Die überproduzierte Magensäure verursacht die klassische Symptomatik des Refluxes.

Neben einer ausgewogenen Ernährung, einem gesunden Schlaf-Wach-Rhythmus, täglichen Entspannungsübungen und dem Verzicht auf Noxen (Koffein, Teein, Nikotin) können sogenannte Protonenhemmer die Exkretion säureproduzierender Zellen im Magen regulieren und wieder normalisieren. Sie sind zum Teil frei verkäuflich in Apotheken erhältlich und können vom Arzt verordnet werden.

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