Hohes Einsparpotential durch ambulante Operationen

Samstag, 8. Mai 2010

In Kooperation mit der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns (KVB) hat die Ludwig-Maximilians-Universität München die finanziellen Auswirkungen ambulanter Operationen auf das Gesundheitssystem untersucht.

Die dabei gewonnenen Erkenntnisse bestätigen und ergänzen ein aktuelles Gutachten des Bundesverbandes Ambulantes Operieren in Kooperation mit der Kassenärztlichen Bundesvereinigung. Gemeinsam versucht man, ambulante Operationen in Deutschland zu fördern und hierdurch die explodierenden Kosten im Gesundheitswesen zu reduzieren.

Ambulante Operationen stellen eine qualitativ hochwertige und dabei im Vergleich zu stationären Aufenthalten kostengünstige Alternative dar. Eine anonyme Befragung der Patienten über die Zufriedenheit mit dem Ergebnis kann als durchgängig positiv bewertet werden. Über 97 Prozent der Befragten beurteilten die Behandlung mit „sehr gut“ oder „gut“, fühlten sich rundum versorgt und würden in über 95 Prozent der Fälle auch weitere Eingriffe ambulant durchführen lassen.

Der Vergleich mit den europäischen Nachbarn zeigt deutlich, dass sich die ambulante Versorgung in Deutschland noch etablieren muss. Eine arthroskopische Meniskusoperation zum Beispiel wird in den meisten Ländern zu über 90 Prozent ambulant durchgeführt. Hier liegt Deutschland mit einer durchschnittlichen Rate von 32 Prozent weit darunter.

Durch einen Stärkung und Förderung der ambulanten Versorgung in Deutschland könnten im Gesundheitssystem erhebliche Kosten eingespart werden. So liegt eine ambulante Arthroskopie knapp 300 Euro unter einer mit stationärem Aufenthalt. Legt man diese Erfahrungswerte auf die 25 am häufigsten in Deutschland durchgeführten ambulanten Operationen um, ergibt sich ein jährliches Einsparpotential von über 500 Millionen Euro.

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