Kommerzialisierung in der Medizin nimmt zu

Dienstag, 11. Mai 2010

Auf dem 127. Chirurgenkongress in Berlin wurde über die zunehmende Kommerzialisierung der ärztlichen Versorgung diskutiert. Die ethischen Grundsätze der Mediziner würden immer mehr durch finanzielle Aspekte beeinflusst und abgelöst.

Viele Entscheidungen ließen sich, unter anderem auch bedingt durch die Änderungen in der Gesundheitspolitik, nicht mehr ohne Beachtung der eventuell aufkommenden Kosten treffen. Dieses Vorgehen gleiche mittlerweile einer kaufmännischen Denkweise und führe die Medizin in falsche Bahnen.

So teile sich die Gesellschaft der Ärzte in zwei Gruppen, in entweder nach finanziellen oder aber nach ethischen Aspekten handelnde Mediziner. Eine wesentliche Rolle spiele die Einführung der Fallpauschale, durch die sich auflaufende Kosten einer gestellten Diagnose und deren Behandlung nicht immer decken ließen.

Dies führe mittlerweile unter anderem dazu, dass einige Kollegen für das Zuweisen in ein bestimmtes Krankenhaus von diesem Pauschalen erhielten, wodurch der Eindruck eines gekauften Patienten und eines verkauften Arztes vermittelt würde.

An erster Stelle müssen immer noch der Patient und seine optimale Versorgung stehen. Der dabei erwirtschaftete finanzielle Erlös sei nicht zu vernachlässigen, dürfe den Einzelnen in seinen Entscheidungen und Behandlungsstrategien jedoch nicht zum Leidwesen des Patienten beeinflussen.

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