Anzahl nicht stillender Mütter nimmt zu

Donnerstag, 13. Mai 2010

Die Gesellschaft für Sozialforschung und statistische Analysen (Forsa) hat im Auftrag der Techniker Krankenkasse (TK) Mütter zu ihrem Stillverhalten befragt. Die gewonnenen Erkenntnisse deckten sich nicht mit der Forderung der Nationalen Stillkommission am Bundesinstitut für Risikobewertung, Neugeborenen mindestens sechs Monate die Mutterbrust zu geben.

Die Kommission weist auf die positive Entwicklung des Säuglings sowie geminderte Risiken für die Mutter hin. Muttermilch enthalte wertvolle Nährstoffe und unterstütze die Immunabwehr. Bildungen von Allergien, Infektionen des Magen-Darm-Traktes sowie Entzündungen wären deutlich gemindert. Auch sinke die Gefahr eines Brustkrebses durch das Stillen, durch Ausschüttung spezieller Hormone würde sich die Gebärmutter zügiger zurückbilden.

Durch die Befragung der Mütter konnte aufgezeigt werden, dass jede fünfte Mutter auf das Stillen vollständig verzichtet und dass die Phase der Muttermilchgabe nur bei jeder sechsten Frau länger als drei Monate andauert. Bei der Studie ließen sich regionale und bildungsstandabhängige Unterschiede feststellen. Sowohl in ländlichen Umgebungen als auch im Westen unseres Landes ist die Stillphase langandauernd. Im Osten der Bundesrepublik stillen neun von zehn Müttern, hierbei ist die Dauer aber vermindert. Nahezu jede dritte Frau mit Hauptschulabschluss gab an, keine Brust zu geben, während dies bei Frauen mit Abitur oder Studium nur jede zehnte Frau betraf.

Zusätzliche Gründe für eine verkürzte oder nicht durchgeführte Stillzeit waren eine mangelnde Milchproduktion sowie Schmerzen oder Entzündungen der Brust.

Mütter, die ihre Kinder nicht stillen, ernähren diese mit Ersatzpräparaten. Hier rät die Stillkommission, auf eiweißarme Präparate zurückzugreifen, um eine unnötige Kalorienzufuhr zu vermeiden und so eine adäquate Gewichtszunahme des Säuglings zu erreichen.

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