Magenballon als Abnehmhilfe auch bei geringem Übergewicht

Mittwoch, 19. Mai 2010

Bisher wurde, bedingt durch die gesetzlich geregelte medizinische Zulassung, nur Übergewichtigen mit einem Body Mass Index (BMI) zwischen 30 und 40 die Einlage eines Magenballons zur Unterstützung einer Gewichtsreduktion ermöglicht.

Ab sofort ist diese Methode auch für Menschen zugelassen, die einen BMI oberhalb von 27 aufweisen und somit als mäßig übergewichtig gelten. Dabei darf keine krankhafte Adipositas (Fettsucht) bestehen, die unter anderem mit verantwortlich ist für Begleiterscheinungen wie z.B. Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) oder auch Hypertonie (Bluthochdruck).

Bei der nicht-chirurgischen Ballon-Implantation wird ein magensaftresistenter Silikonballon über den Mund in den Magen eingebracht. Nach der Füllung mit steriler Kochsalzlösung bewegt sich der Ballon frei im Magen und reduziert so das mögliche Volumen, was sich bereits bei Aufnahme kleiner Nahrungsmengen durch Einstellen eines Sättigungsgefühls bemerkbar macht.

Der Magenballon stellt eine risikoarme Alternative zu vielen anderen Methoden dar und bietet sich vor allem bei Menschen an, deren bisherige Abnehmversuche erfolglos blieben oder die eine chirurgische Magenband-Einbringung ablehnen. Durch den erzielten Gewichtsverlust können das Wohlbefinden gesteigert und drohende Risiken (z.B. Spätschäden an Gelenken) abgewendet werden.

Nach der Behandlung wird die ungefährliche Kochsalzlösung durch Punktieren des Ballons in den Magen entleert und resorbiert, der Ballon selbst wird so entfernt, wie er eingebracht wurde.