Zunehmende Allergierate bei Kindern und Jugendlichen

Samstag, 22. Mai 2010

Allergien zählen weltweit zu den häufigsten Störungen des menschlichen Organismus und können als Epidemie des 21. Jahrhunderts angesehen werden. Der Mensch ist in der Lage, nahezu gegen jede Substanz und jeden Gegenstand Antikörper auszubilden und Allergien zu entwickeln.

Eine Tendenz der Ausbreitung lässt sich vor allem an der zunehmenden Erkrankungsrate bei Kindern und Jugendlichen bis zum 17. Lebensjahr erkennen. In dieser Altersgruppe gelten Allergien als eine der häufigsten Störungen. Vor allem Heuschnupfen, Neurodermitis und asthmatische Beschwerden sind auf dem Vormarsch. Der Mechanismus der Sensibilisierung findet bereits in jungen Jahren statt und führt zu einer Ausbildung von Antikörpern, meist jedoch ohne sichtbare Beschwerden. Erst im Verlauf zeigt sich das zum Teil prägnante und typische klinische Bild der jeweiligen Allergie.

Laut der KIGGS-Studie des Robert-Koch-Instituts lassen sich bei nahezu jedem zweiten Kind bereits Antikörper gegen mehr als 20 verschiedene Substanzen im Blut nachweisen. In wie weit sich später tatsächlich eine Allergie ausbildet, lässt sich nur vermuten und nicht vorhersagen. Das Allergierisiko der bereits sensibilisierten Kinder und Jugendlichen liegt heute jedoch deutlich erhöht im Vergleich zu früheren Erhebungen.

Allergien lassen sich in vielen Fällen nicht verhindern. Durch geeignete Maßnahmen kann eine frühzeitige Sensibilisierung jedoch vermieden oder reduziert werden. So zeigt sich eine gesteigerte Erkrankungsrate bei Kindern, die in feuchter oder schimmeliger Umgebung aufwachsen. Auch der häufige Kontakt mit Tabakrauch oder starker Luftverschmutzung wirkt sich allergiefördernd aus. Daneben sollten andauernder Stress und übertriebene Reinlichkeit mit desinfektionsmittelhaltigen Reinigern (können eine Neurodermitis begünstigen) vermieden werden.

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