Neue Erkenntnisse in der Tinnitus-Forschung bringen Hoffnung für viele Betroffene

Freitag, 28. Mai 2010

Die von der Gabriele-Lux-Stiftung in Auftrag gegebene Studie zum Thema Tinnitus konnte erstmals Zusammenhänge zwischen Beschwerden und dabei betroffenen Hirnarealen darstellen und belegen.

In Deutschland leben ca. acht Millionen Menschen mit Ohrgeräuschen, die bei nahezu zwei Millionen zu die Lebensqualität einschränkenden Beschwerden führen. Neben den Geräuschen kommt es bei den Betroffenen unter anderem zu Konzentrationsstörungen, Schlafmangel, Kopfschmerzen und Depressionen.

Bei der Untersuchung wurden 35 Menschen mit und 26 Personen ohne Tinnitus gewählt. Diese wurden zum einen mit den eigenen, durch den Tinnitus vermittelten Ohrgeräuschen sowie neutralen Geräuschen konfrontiert. Das durch den Tinnitus erzeugte Ohrgeräusch jeder einzelnen Testperson wurde zuvor durch ein aufwendiges Verfahren simuliert und aufgezeichnet. Im Kernspin wurden dabei die Hirnareale gekennzeichnet, die durch die Geräusche angesprochen wurden.

Während es bei der neutralen Versuchsgruppe zu keinen signifikanten Merkmalen kam, ließen sich bei Tinnitus-Patienten Aktivitäten im mittleren Bereich des Frontallappens im Gehirn nachweisen, die eindeutig durch den Tinnitus vermittelt wurden. Mit Verstärkung des Geräuschs war auch eine Zunahme der Aktivität feststellbar.

Hierdurch ergeben sich für die Diagnose und Behandlung von Tinnitus völlig neue Ansatzmöglichkeiten, die in der kommenden Zeit erforscht werden. Auch zeigt das Ergebnis der Studie auf, warum bisher angewandte Therapien zum Teil erfolglos blieben.

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