Umweltlärm stellt zunehmende Belastung für die Gesundheit dar

Sonntag, 6. Juni 2010

Beim Internationalen Tag gegen Lärm im April diesen Jahres wurde auf die verschiedenen Gesundheitsrisiken durch Lärm hingewiesen. Durch Lärm wird nicht nur das Gehör in Mitleidenschaft gezogen, vielmehr der gesamte Organismus leidet, wodurch verschiedene Erkrankungen in ihrer Entstehung begünstigt werden.

Der Mensch wird täglich mit verschiedenen Geräuschen konfrontiert, die zum Teil deutlich über der akzeptablen Dezibel-Grenze (tagsüber bis maximal 75 dB, nachts bis 70 dB, abhängig von der Umgebung) liegen. Je länger man diesen Belästigungen ausgesetzt ist, desto wahrscheinlicher verursachen sie Störungen.

Laute Musik, Verkehrs-, Bau- und Fluglärm weisen oftmals einen Schallpegel von über 85 Dezibel (dB) auf und sind in ihrer Wirkung auf das menschliche Gehör vergleichbar mit einem kurzen Knall (z.B. Silvesterfeuerwerk), der ca. 140 Dezibel besitzt.

Diese Pegel sind in der Lage, das Gehör bzw. die im Ohr liegenden Haarzellen, die für die Weiterleitung von Reizen verantwortlich sind, zu schädigen. In vielen Fällen erholt sich das mit einem Pfeifen, Piepsen oder Rauschen reagierende Ohr rasch wieder. Bei einigen Menschen entwickeln sich hieraus jedoch unter anderem eine andauernde Schwerhörigkeit, Taubheit oder auch das als Tinnitus bekannte Dauergeräusch.

Nahezu drei Millionen Menschen in Deutschland leiden an Tinnitus und jährlich werden ca. 250.000 neue Fälle diagnostiziert. Hierbei spielen vor allem psychischer und physischer Stress, Durchblutungsstörungen, ein vorangegangener Hörsturz oder auch eine andauernde Lärmbelästigung wesentliche Rollen.

Lärm beeinflusst neben dem Gehör den gesamten Organismus. Bereist bei einem Schallpegel um die 35 Dezibel kommt es zu einer vermehrten Ausschüttung der Hormone Adrenalin, Noradrenalin und Cortisol. Diese sind Indikatoren für zunehmenden Stress und bewirken Veränderungen im Bereich des Cholesterin- und Fettstoffwechsels.

Das Risiko für Herz- und Kreislauferkrankungen ist ebenfalls erhöht. Durch Aktionen wie den Internationalen Tag gegen Lärm soll der Bürger Aufklärung über die Auswirkungen von Lärm erhalten. Daneben werden ihm Strategien zur Lärmvermeidung aufgezeigt.

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