Kochschinken – immer ein Genuss?

Samstag, 12. Juni 2010

Mit Beginn der neuen Spargelzeit hat das Verbrauchermagazin ÖKO-TEST die Qualität von vierzehn verschiedenen, fertig verpackten Kochschinken untersuchen lassen. Im Labor wurden die Produkte auf ihre Keimanzahl sowie die chemischen Parameter hin ausgewertet.

Bei den meisten Proben fanden sich Milchsäurebakterien, deren Anzahl mit Erreichen des Mindesthaltbarkeitsdatums erheblich erhöht war. Zwar lösen diese Bakterien keine Krankheiten aus, sie beeinflussen jedoch den Geschmack des Schinkens erheblich und machen ihn meist ungenießbar.

Bei einigen Kochschinken fanden sich Enterobakterien, die regelhaft im Darm von Tieren und Menschen nachgewiesen werden können. Daneben leben diese Bakterien auch im Mutterboden oder im Wasser und gelten dabei als Auslöser vieler verschiedener Erkrankungen und Störungen des Organismus und stellen vor allem für immungeschwächte Menschen eine große Gefahr dar.

Zum Ausschluss eines einmaligen Befalls der Proben wurden vom Labor drei Chargen der verschiedenen Kochschinken untersucht, mit identischem Ergebnis.

Neben der erhöhten Keimbelastung kritisiert das Magazin auch die zugefügten Substanzen bei der Herstellung. Zur Aufwertung oder Verbesserung des Geschmacks fanden sich vielfach verschiedene Gewürze, Aromen und auch Hefeextrakt, welches durch sein Glutamat indirekt als Geschmacksverstärker gewertet werden kann.

ÖKO-TEST rät, auf die Haltbarkeit des Produktes zu achten. Je weiter das Mindesthaltbarkeitsdatum noch entfernt ist, desto geringer ist die Keimbelastung. Der Schinken sollte frühzeitig verzehrt werden, dies gilt vor allem bei angebrochenen Verpackungen.

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