Regionale Unterschiede bei Langzeitkranken

Montag, 4. Oktober 2010

Fast 50% aller Erwerbstätigen wurden letztes Jahr einmal oder öfter von ihrem Haus- oder Facharzt krankgeschrieben. Laut Statistiken dauerte jede Krankmeldung knappe 12 Tage. Die Anzahl der durchschnittlichen Krankheitstage hat sich dabei um 0,3 Tage gegenüber dem Wert aus dem Vorjahr verlängert.

Langzeitkranke leiden hauptsächlich an Krankheiten wie Krebs oder Herzerkrankungen wie Herzinfarkten oder auch zunehmend an Bandscheibenproblemen und psychischen Krankheiten wie z.B. Depressionen.

Jeder Arbeitnehmer, der gesetzlich krankenversichert ist sowie Empfänger des Arbeitslosengeldes I, erhalten von ihrer Krankenkasse das Krankengeld, wenn sie länger als sechs Wochen krankgeschrieben sind. Dieses Krankengeld wird maximal bis zu einem Betrag von 2625 Euro je Monat bzw. 90% des durchschnittlichen Nettoverdienstes von der gesetzlichen Krankenkasse ausgezahlt.

Statistiken zufolge sind 4,5 Prozent aller Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen mit einer Dauer von über sechs Wochen und somit der Zahlung des Krankengeldes verbunden. Diese Krankheitstage der Langzeitkranken machen jedoch fast die Hälfte aller Krankheitstage aus. Jeder Langzeitkranke ist etwa 100 Tage krank. Hier gibt es jedoch regionale Unterschiede. Langzeitkranke in Sachsen-Anhalt sind lediglich 81 Tage arbeitsunfähig, Langzeitkranke in Hamburg hingegen ganze 117 Tage. Hamburger Langzeitkranke sind somit im Durschnitt knappe 1 ½ Monate länger arbeitsunfähig als Patienten in Sachsen-Anhalt.

Die Bundesländer, die statistisch gesehen hohe Krankheitstage aufweisen, fallen jedoch bei der Anzahl der Tage, an denen Krankengeld gezahlt wird, positiv auf. Arbeitnehmern, die im Saarland oder Berlin wohnen sind zwar statistisch gesehen mehr krank als Arbeitnehmer in anderen Bundesländern, jedoch erhalten diese Arbeitnehmer weniger Krankengeldzahlungen als Menschen in anderen Bundesländern Deutschlands. Auch die neuen Bundesländer fallen bei der Höhe der Krankengeldzahlungen positiv auf. Langzeitkranke sind hier 1 ½ Wochen weniger krankgeschrieben als der Bundesdurchschnitt, nämlich weniger als drei Monate lang.

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