Fehltage wegen psychischer Krankheiten verdoppelt

Sonntag, 7. November 2010

Neuesten Untersuchungen zufolge werden die Arbeitnehmer immer mehr wegen psychischer Erkrankungen von Ihrem behandelnden Arzt krankgeschrieben. Noch vor einigen Jahren wurden die meisten Krankmeldungen wegen körperlicher Erkrankungen ausgestellt.

Im Vergleich zum Jahr 1997 werden Patienten mit Depressionen, Angsterkrankungen, Alkoholproblemen, Medikamentenabhängigkeit und anderen Suchterkrankungen sowie weiteren psychischen Erkrankungen an doppelt so vielen Tagen krankgeschrieben wie früher. Bei keiner anderen Krankheit haben die Zahl der Fehltage derart zugenommen wie bei den psychischen Krankheiten.

Krankmeldungen wegen viraler oder bakterieller Infektionen haben um über 50 Prozent zugenommen, Krankmeldungen wegen Bluterkrankungen um gut ein Drittel. Auch die Krankmeldungen von Patienten, die unter Muskelbeschwerden oder Skeletterkrankungen leiden, haben zugenommen.

Es gibt jedoch auch Positives im Zusammenhang mit den Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen zu berichten. Patienten, die unter einer Krankheit aus dem Bereich Herz-Kreislauf leiden, werden zu 30% weniger krankgeschrieben als noch vor zwölf Jahren. Gleiches gilt auch für Patienten mit Harn- oder Blasenerkrankungen. Patienten mit Atemwegserkrankungen werden laut den Statistiken zu vier Prozent weniger krankgeschrieben als vor etlichen Jahren.

Die Patienten, die unter einer psychischen Erkrankung leiden, sind im Verhältnis deutlich länger krankgeschrieben als ein Patient, der unter einem schweren grippalen Infekt leidet. Depressive Patienten beispielsweise müssen teilweise mehrere Wochen oder sogar Monate von ihrem behandelnden Therapeuten arbeitsunfähig geschrieben werden, da die Behandlung hier eine deutlich längere Zeit in Anspruch nimmt als bei vielen körperlichen Erkrankungen. Viele Patienten erleiden hier immer wieder Rückfälle und werden auch nach langer Arbeitsunfähigkeit und wieder aufgenommener beruflicher Tätigkeit erneut arbeitsunfähig.

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