Grundschüler erhalten weniger Beruhigungsmittel

Mittwoch, 10. November 2010

Früher wurde schnell zu einem Beruhigungsmittel gegriffen, wenn die Kinder verhaltensauffällig waren. Untersuchungen haben jedoch gezeigt, dass die Tendenz der Verordnung dieser Medikamente bei den Kindern im Alter zwischen sechs und neun Jahren rückläufig ist.

Kinder, die unter der Krankheit ADHS (Aufmerksamkeitsdefizithyperaktivitätsstörung) leiden, erhalten im Rahmen der Therapie hochwirksame Medikamente, die die Kinder ruhiger machen, so dass sie ihren Alltag besser bewältigen können. Diese Präparate können nur für junge Patienten im Alter von sechs bis 17 Jahren verschrieben werden. Kinder mit ADHS werden aufgrund ihrer Erkrankung oft als „Zappelphilipp“ beschimpft.

In vielen Fällen werden die entsprechenden Präparate jedoch sinnlos verordnet. Die Präparate haben starke Nebenwirkungen wie Wachstumsstörungen, Appetitlosigkeit und Beschwerden aus dem Herz-Kreislaufbereich wie z.B. starkes Herzklopfen. Statistiken zufolge haben die Ärzte zwischen 2007 und 2009 den sechs- bis neunjährigen Kindern jedoch gut 20 Prozent weniger Medikamente verordnet, die die Wirkstoffe Atomoxetin und Methylphenidat enthalten. Vergleicht man jedoch die Statistik der gesamten Verordnungen für alle Kinder, so haben sich diese um vier Prozent erhöht.

Da die Diagnose ADHS eine große Bedeutung für das weitere Leben des Kindes und seiner Eltern hat, kann die Diagnose heutzutage nicht mehr von jedem Arzt gestellt werden. Dazu sind umfassende Untersuchungen notwendig. Die Diagnose kann letztlich nur von einem Arzt oder Therapeuten für Verhaltensstörungen gestellt werden. Während der medikamentösen Behandlung müssen regelmäßige Behandlungspausen durchgeführt werden, um feststellen zu können, wie und ob eine weitere Behandlung erfolgen soll.

Untersuchungen der DAK haben ergeben, dass im Jahr 2009 130.000 Medikamente zur Behandlung der ADHS verschrieben wurden. Grundschulkinder erhielten davon 30.000.

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