Pflegestützpunkte in Deutschland

Mittwoch, 1. Dezember 2010

Aufgrund einer schweren Erkrankung oder auch bei älteren Menschen mit bleibenden körperlichen Defiziten kann eine Einstufung in die Pflegeversicherung notwendig werden. Mit der Beantragung der Pflegeleistungen und dem umfangreichen Verfahren zum Feststellen der Pflegestufe sind viele Angehörige überfordert.

Was viele Angehörige von Pflegebedürftigen und die Pflegebedürftigen selbst nicht wissen: Seit dem Jahr 2009 hat jeder einen Rechtsanspruch, von einem speziell ausgebildeten Pflegeberater informiert zu werden. Die Pflegeberater arbeiten in Pflegestützpunkten im gesamten Bundesgebiet. Diese Pflegestützpunkte befinden sich z.B. in Einkaufscentern, in Pflegeheimen oder in der kommunalen Verwaltung.

Die Pflegeberater informieren Sie darüber, welche Kriterien für die Einstufung in eine Pflegestufe vorliegen müssen und wie die Beantragung erfolgt. Auch welche Leistungen die Pflegeversicherung übernimmt, fällt in das Aufgabengebiet eines Pflegeberaters.

Die Stiftung Warentest hat nun überprüft, wie gut die Pflegeberater in den Pflegestützpunkten die Angehörigen informieren und wie hilfsbereit sie darüber hinaus sind. Der Pflegestützpunkt in Berlin Friedrichshain-Kreuzberg hat neben einer „guten“ Gesamtbewertung auch die Note „gut“ in der Kategorie „fachliche Qualität“ erhalten. Fünf der anderen getesteten Stützpunkte wurden mit der Note „gut“ bewertet, zehn mit „befriedigend“ und ein Pflegestützpunkt erhielt nur die Note „ausreichend“.

Die Tester gaben sich als Pflegebedürftige oder Angehörigen von Pflegebedürftigen aus. Die Leistungen, die den Betroffenen zustehen und welche Voraussetzungen für eine Pflegestufe vorliegen müssen, konnten alle Pflegeberater im Test erläutern. Sobald die Betroffenen jedoch Informationen darüber hinaus wünschten, waren viele Pflegeberater überfordert.

Bald soll es in Deutschland doppelt so viele Pflegestützpunkte (geplant sind 600) geben als bisher. Damit diese auch ausreichend genutzt werden, sieht die Stiftung Warentest auch die Krankenkassen und Gemeinden in der Pflicht, die Betroffenen über dieses Hilfsangebot zu informieren.

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