Antibiotika: Gefahr vor Resistenz bei häufiger Verschreibung

Freitag, 28. Januar 2011

Wie eine Studie der Techniker Krankenkasse ergab, haben die Ärzte im Jahr 2009 jedem erwerbstätigen Versicherten der Techniker an durchschnittlich fünf Tagen ein Antibiotikum verschrieben. Ein Jahr zuvor war es durchschnittlich noch ein Tag weniger. In den letzten fünf Jahren hat sich die Verordnung dieser Medikamente um ein Viertel gesteigert.

Antibiotika sind hochwirksame und äußerst nützliche Medikamente zur Behandlung schwerer Krankheiten, die durch Bakterien verursacht werden. Werden Antibiotika bei viralen Erkrankungen eingesetzt, so sind sie nutzlos. Zusätzlich besteht auch die Gefahr, dass der Körper resistent gegen das Antibiotikum wird, wenn es zu oft eingenommen wird. Benötigt man nun wirklich einmal ein Antibiotikum, so kann es vorkommen, dass es nicht mehr wirkt.

Sogar Kindern werden häufig Antibiotika verschrieben. Besonders oft greifen Ärzte zu diesem Präparat, wenn Kinder unter einer Mittelohrentzündung leiden. Der Einsatz von Antibiotika bei Kindern zur Behandlung von Mittelohrentzündungen ist jedoch umstritten, da sich der Heilungsverlauf dadurch nicht verkürzt. Unabhängig davon werden auf diese Weise bereits Kinder resistent gegen Antibiotika und die Behandlung im Erwachsenenalter gestaltet sich deutlich schwieriger, wenn Antibiotika nicht mehr wirken.

Auch die Patienten selbst sind schuld daran, dass ihr Körper resistent gegen das Antibiotikum wird: Setzen Sie das Medikament vorschnell ab und nehmen es nicht so lange ein, wie Ihnen dies der Arzt verordnet hat, so kann Ihr Körper Resistenzen dagegen bilden.

Antibiotika sollten nur dann eingenommen werden, wenn andere Medikamente nicht oder nicht mehr helfen können. Besonders bei Kindern sollte auf eine vorschnelle Antibiotika-Einnahme verzichtet werden.

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