Psychische Störungen bei Berufstätigen

Dienstag, 22. Februar 2011

Rund jeder fünfte Erwerbstätige leidet heute an psychischen Störungen – das ist das erschreckende Ergebnis einer Erhebung der Techniker Krankenkasse (TK). In den letzten vier Jahren war bei den krankheitsbedingten Fehlzeiten aufgrund psychischer Erkrankungen ein Anstieg um 33 Prozent zu verzeichnen, die Verordnung von Antidepressiva ist dagegen sogar um 41 Prozent gestiegen. „Burn out“ heißt das entsprechende Schlagwort – gerade Führungskräfte und sehr engagierte Mitarbeiter fühlen sich zunehmend einfach „ausgebrannt“.

Beobachtet man einen typischen Arbeitsalltag vieler Manager aus den obersten Hierarchieebenen, aber auch von Mitarbeitern aus dem unteren und mittleren Management, dann wird die Ursache dafür schnell klar – ständige Erreichbarkeit, Termindruck, eine Flut an E-Mails sorgen irgendwann für eine dauerhafte Erschöpfung und eine massiv eingeschränkte Lebensqualität, die letztlich der Grund für Krankheiten und psychische Krisen sind.

Und auch für die Unternehmen machen sich die Folgen bemerkbar – abnehmende Motivation und Einsatzbereitschaft, aber auch eine eingeschränkte Leistungsfähigkeit sowie lange Ausfallzeiten werden damit unvermeidbar.

Damit werden gesundheitsförderliche Strukturen in den Unternehmen immer wichtiger. Eine betriebliche Gesundheitsförderung ist letztlich für beide Seiten von Vorteil – bessere Arbeitsbedingungen führen zu zufriedenen Mitarbeitern und zu mehr Leistungsfähigkeit. Das wiederum vermindert die Fluktuation, erhöht die Produktion und führt zu höheren Gewinnen.

Die Experten der TK können heute auf mehr als 1.000 Unternehmen verweisen, die von ihnen beraten wurden. Eines davon ist die Lufthansa Technik AG, und so bestätigt Anja Knotte, Referentin Personal- und Sozialpolitik bei der Lufthansa Technik AG dann auch, dass gesunde Arbeitsbedingungen nicht nur aus Fitness- und Rückenkursen bestehen. Es sei vielmehr eine Analyse der konkreten Situation am Arbeitsplatz und im Team nötig, um eine Verbesserung des gesundheitlichen Zustands und der Mitarbeiterzufriedenheit zu erreichen.

Für große Firmen sind solche Aktionen nicht neu – mittelständische Unternehmen dagegen betreten mit einem betrieblichen Gesundheitsmanagement noch immer Neuland. Doch auch für sie sind Investitionen in die Gesundheit ihrer Mitarbeiter eine Investition in die Zukunft.

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