Stiftung Warentest warnt vor falschen Angaben auf Lebensmitteln

Sonntag, 6. März 2011

Die Methoden für Etikettenschwindel und die Täuschung von Verbrauchern über die eigentliche Qualität von Lebensmitteln werden nach einem Bericht von Stiftung Warentest immer dreister und vielfältiger. Nach einer Auswertung von 30 Lebensmitteltests aus den Jahren 2008 bis 2010 wurden 205 der insgesamt 749 Produkte lediglich mit „ausreichend“ bewertet oder sogar mit „mangelhaft“. Deutliche Kritik wurde in 25 Prozent der Fälle geübt.

Dabei sind manche Mängel in der Kennzeichnung schon auf den ersten Blick deutlich zu erkennen. Zahlreiche Smoothies wurden mit hochwertigen Früchten im Namen oder auf Fotos angepriesen, ohne diese Inhaltsstoffe tatsächlich in der angegebenen Menge zu enthalten. Doch weit mehr Verstöße wurden im Labor identifiziert. Dort wurde aufgedeckt, dass 8 der getesteten 22 Packungen mit Vanilleeis in irgendeiner Form verfälschte Vanille enthielt.

Zwar war echte Vanille auf der Verpackung abgebildet, doch tatsächlich wurde synthetisches Vanillin verwendet. In auch in Basmati-Reis ist nicht immer Basmati-Reis enthalten. Rahmspinat schließlich beinhaltete teilweise eine Soße aus Milch, nicht aber aus dem angepriesenen Rahm. Auch „Wildlachs“ war unter Umständen „Zuchtlachs“ und Würzöle, die aus Trüffel- und Steinpilzaroma bestehen sollten, waren lediglich mit künstlichem Aroma angereichert. Nicht anders sehen die Ergebnisse bei Olivenölen aus. Sechs von 28 trugen zwar die Bezeichnung „nativ extra“, konnten aber den hohen Anforderungen nicht gerecht werden.

Fast jeder Lebensmittel-Test konnte eine unzureichende Kennzeichnung nachweisen, so Stiftung Warentest. Nach der Kritik haben dann auch viele Anbieter die Bezeichnung geändert, in dem einen oder anderen Fall musste auch die amtliche Lebensmittelkontrolle eingreifen. Ausführliche Ergebnisse sind in der Zeitschrift test in der Februar-Ausgabe veröffentlicht oder online unter www.test.de/kennzeichnung.

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