Herkunft von Obst und Gemüse

Mittwoch, 9. März 2011

Schadstoffbelastete Paprika oder Kiwi, weit gereistes Obst aus Spanien oder Neuseeland – wer beim Kauf von Obst und Gemüse auf Nummer sicher gehen möchte, kann dabei kaum auf die Unterstützung des Handels hoffen. Die erschreckende Bilanz – der Verbraucher wird beim Kauf von Obst oder Gemüse nicht richtig informiert über die Herkunft der Lebensmittel.

Rund 80 Prozent der Händler halten die vorgeschriebenen Kennzeichnungen des Herstellungslandes nicht ein – das ist das ernüchternde Ergebnis einer Stichprobe, die die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen nun durchgeführt hat. Fehlende Herkunftsbezeichnungen oder verwirrende Angaben auf dem Hinweisschild sind die wichtigsten Fehlerquellen, bei denen der Verbraucher kaum Möglichkeiten hat, die Herkunft genau zu erkennen. Das aber sei unabdingbare Voraussetzung für eine solide Kaufentscheidung, argumentiert die Verbraucherzentrale NRW und kritisiert damit deutlich die eher nachlässige Praxis im Handel.

88 Obst- und Gemüsestände in Nordrhein-Westfalen hatten die Verbraucherschützer Ende 2010 geprüft und dabei ein besonderes Augenmerk auf die Herkunftsangabe und die Frische der Ware gelegt. Untersucht wurden Wochen- und Supermärkte, Discounter und Einzelhändler, aber auch Bio-Läden. Rund fünf Mängel pro Händler fielen negativ auf. Bei 284 Obst- und Gemüseangeboten war keine Bezeichnung der Herkunft vorhanden.

Bei 62 Fällen war die Abstammung der Ware nicht nachzuvollziehen, weil das Hinweisschild ein anderes Ursprungsland enthielt als auf der Ware stand. Genauso schwierig ist es aber auch, wenn das Hinweisschild mehrere Exportländer gleichzeitig ausweist oder unbekannte Abkürzungen verwendet werden. Letztlich mündet diese Vielfalt in ein Rätselraten beim Einkaufen, rügt die Verbraucherzentrale. Bei Obst und Gemüse sei die Angabe der Herkunft sogar vorgeschrieben, so dass das Personal besser zu schulen sei und für eine sorgfältige Auszeichnung der Ware zu sorgen habe, fordert die Verbraucherzentrale NRW. Durchgeführt wurde die Stichprobe mit Geldern des Ministeriums für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen.

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