Überraschend viele Krankmeldungen bei jungen Arbeitnehmern

Sonntag, 20. März 2011

Der Krankenstand unter Deutschlands Beschäftigten hielt sich im Jahr 2010 konstant bei 3,3 Prozent. Damit war jeder sozialversicherungspflichtige Arbeitnehmer einmal krankgeschrieben – soweit man sich auf die Statistik berufen darf.

Doch es gibt überraschende Unterschiede zwischen den Altersgruppen – mit knapp zwei Krankschreibungen liegt die Gruppe der Beschäftigten im Alter von 15 bis 25 deutlich an der Spitze. Allein die durchschnittliche Dauer eines krankheitsbedingten Arbeitsausfalls nimmt mit dem Alter langsam zu. Der Grund dafür liegt auf der Hand – in den älteren Altersgruppen handelt es sich um schwerere Krankheiten, so die Techniker Krankenkasse (TK), auf deren Angaben diese Statistik beruht.

So argumentiert die TK dann auch, dass Krankheiten, deren Heilung meist langwierig ist, bei älteren Berufstätigen häufiger auftauchen. Allerdings weist die TK auch auf einen weiteren, erschreckenden Umstand hin – gerade der Anstieg von Krankschreibungen mit einem psychischen Hintergrund ist bei jüngeren Beschäftigten deutlich festzustellen.

Die Ursachen dafür scheinen klar zu sein – die gestiegenen Anforderungen in der Arbeitswelt dürften maßgeblich dafür sein. Schon von Berufseinsteigern wird heute eine immense Qualifikation und Flexibilität erwartet. Hinzu kommen Unsicherheiten bezüglich immer häufiger befristeter Arbeitsverhältnisse, was eine solide Planung der Zukunft fast unmöglich macht.

In Anbetracht des anstehenden demografischen Wandels und der sinkenden Zahl gut ausgebildeter Fachkräfte besteht dann bei den Unternehmen auch durchaus Handlungsbedarf, die Gesundheit der Belegschaft langfristig zu schützen. Dazu sind altersgerechte Personalstrategien nötig, um letztlich alle Ressourcen im Unternehmen zu unterstützen. Jedes Unternehmen, das auf Dauer erfolgreich sein will, benötigt ein effizientes „Generation Management“. Es müsse den unterschiedlichen Fähigkeiten und Anforderungen aller Altersgruppen durch alle Lebensphasen hinweg gerecht werden, so die TK.

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