Melanotan Bräunungsmittel: Welche Risiken bestehen?

Dienstag, 10. Mai 2011

Seit kurzem macht im Internet ein Wundermittel von sich reden, dass die Bräunung der Haut massiv unterstützten soll. Eine gesunde Tönung der Haut gilt nach wie vor als erstrebenswert und attraktiv, doch darf dies nicht darüber hinweg täuschen, dass dieses Wundermittel – auch als „Barbie-Droge“ Melanotan bezeichnet – die Gesundheit enorm gefährden kann. So führte ein besorgniserregender Zwischenfall nun auch zur eindringlichen Warnung der Apotheker vor der Nutzung des Mittels.

Melanotan gehört zu den Abkömmlingen eines körpereigenen Hormons. Es wird zu unterschiedlichsten Zwecken eingesetzt, so zum Beispiel zur Gewichtsreduktion, zur Erhöhung der Libido und bei Potenzstörungen. Doch der Vertrieb von Melanotan ist illegal – das Medikament ist nicht als Arzneimittel zugelassen.

Skrupellose Geschäftemacher stören sich daran allerdings nicht – sie nutzen die Wünsche der Menschen nach Attraktivität immer wieder schamlos aus, argumentiert Professor Dr. Martin Schulz, Vorsitzender der Arzneimittelkommission der Deutschen Apotheker.

Im Internet kann man diese angeblichen Wundermittel bestellen – doch sie können gesundheitsschädigend oder sogar lebensgefährlich sein. Sichere Arzneimittel und seriöse Beratung findet man am ehesten in der lokalen Apotheke – dort kann man sicher sein, nur zugelassene Mittel zu erhalten.

Die Nebenwirkungen von Melanotan können dann auch durchaus gravierend sein. Sie schädigen das Herz-Kreislauf-System und führen zu gesundheitlichen Problemen wie Erbrachen, hohem Blutdruck und Rötungen im Gesicht. Vorhandene Muttermale können reagieren und sich verdunkeln, was die Diagnose bei möglichen Entartungen sehr erschwert. Einige der Produkte soll man sich selbst unter die Haut spritzen – eine Quelle für Infektionen und Entzündungen.

Bekannt wurde auch der Fall einer Patientin, die wegen Schmerzen im Bauchraum, Schweißausbrüchen, Übelkeit, Kopfschmerzen und Erbrachen in ein Krankenhaus eingeliefert werden musste. Sie hatte sich Melanotan im Internet gekauft und danach selbst gespritzt – mit offensichtlich gesundheitsschädigenden Folgen.

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