Jodtabletten zum Schutz vor Radioaktivität und Strahlung?

Freitag, 20. Mai 2011

Die Einnahme von Jodtabletten soll vor Radioaktivität schützen – so die landläufige Meinung. Doch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit warnt vor der unkontrollierten Einnahme der Tabletten, denn sie bergen durchaus auch gesundheitliche Risiken.

Nie ohne ärztliche Aufsicht – Die Einnahme von Jodtabletten

So kann Kaliumjodid in hoher Dosierung die Schilddrüse vor Schäden durch radioaktives Jod schützen. Dieses Jod entweicht bei Atomunfällen. Eine einmalige Einnahme reicht dann aus, die Dosierung ist abhängig vom Alter des Patienten. Wenig Schutz aber bieten Jodtabletten gegen andere Strahlenschäden. Deshalb warnt das Bundesumweltministerium dringend davor, solche Tabletten ohne ärztliche Aufsicht einzunehmen. Denn sie wirken nur kurzfristig und können schwere Erkrankungen der Schilddrüse verursachen. Besonders im Fokus – Menschen über 45 Jahre, die eine Jodallergie oder eine Schilddrüsenüberfunktion haben.

Ärztlichen Rat einholen

Deshalb ist die Einnahme von Jodtabletten nur auf Anordnung der Behörden angeraten. Dazu gibt es allerdings bisher keinen Grund, argumentiert das Umweltministerium. Sollte trotzdem eine Gefahr durch radioaktive Strahlungen aufkommen, ist das Mittel in Deutschland in ausreichender Menge vorrätig.

Stiftung Warentest argumentiert unter test.de dann auch, daß es keinesfalls ausreicht, einfach herkömmliche Tabletten gegen Jodmangel einzunehmen, da diese zu niedrig dosiert sind. Ein Erwachsener müßte 1.300 Tabletten zu 100 Mikrogramm nehmen. Hochdosierte Präparate für den Notfall könnten zwar theoretisch in der Apotheke gekauft werden, doch einnehmen darf man sie nur auf Anordnung der Behörden.

Unter test.de hat Stiftung Warentest weitere Tipps zur Katastrophe in Japan veröffentlicht, denn deutsche Verbraucher sind durchaus verunsichert, hinsichtlich der Fragen nach Atomstrom, Spendenmöglichkeiten, Reisen nach Japan, Strahlenbelastung von Lebensmitteln und Immobilienfonds in Japan. Unter www.test.de finden interessierte Leser weitere wissenswerte Informationen und Details zum Thema.

Anzeige