Organspende und Transplantationsgesetz: Mangelnde Information führt zur Ablehnung

Dienstag, 19. Juli 2011

Eine Organspende kann Leben retten – hier besteht wohl absolute Einigkeit. Doch gleichzeitig haben nur 18 Prozent der Deutschen einen Organspendeausweis. Alle anderen bringen im Todesfall ihre Angehörigen in große Schwierigkeiten, denn dann haben diese gemeinsam mit den behandelnden Ärzten zu entscheiden, ob eine Spende in Frage kommt oder nicht.

Besonders schwierig – das Thema wird in vielen Familien nicht einmal angesprochen. Doch worin liegen die Gründe für eine Ablehnung des Organspendeausweises?

Bessere Information

Im Gesundheitsausschuss des Deutschen Bundestages steht das Thema in diesen Tagen auf der Agenda – das Transplantationsgesetz soll geändert werden. Verschiedenen Vorschläge sind in der Diskussion, doch für Sprengstoff dürfte der Ansatz sorgen, die Bürger schon zu Lebzeiten dazu zu verpflichten, sich für oder gegen eine Organspende zu entscheiden. Auch wäre es möglich, immer eine Organspende durchzuführen – es sei denn, man hat in Lebzeiten dem widersprochen. Fast scheint es, als sollte mangelnde Information mit Zwangsmaßnahmen ausgeglichen werden – ein sicher zweifelhaftes Unterfangen. Doch wo liegen eigentlich die Gründe, dass gut 80 Prozent der Bevölkerung sich noch nicht sichtbar mit dem Thema auseinandergesetzt haben?

Eine Forsa-Umfrage der Techniker Krankenkasse (TK) brachte es ans Licht – über 30 Prozent der Befragten hatten sich mit einer Organspende noch nicht auseinandergesetzt. Die Bedenken sind offensichtlich groß, denn das Verfahren ist wenig bekannt – und genau da sollte die Information ansetzen, so der Vorstand der TK.

Missverständnisse, Vorurteile und Angst sind wohl die häufigsten Gründe, sich nicht mit der Organspende zu beschäftigen. Grundsätzlich abgelehnt wird sie dagegen von den wenigsten Menschen. Die Aussagen machen allerdings einmal mehr deutlich, dass Zwang und Druck hier wenig helfen dürften – zielgerichtete, aktive und verständliche Informationen dagegen schon.

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