Ärztliche Behandlungen im Ausland – Empfehlenswert oder nicht?

Dienstag, 2. August 2011

Deutsche Patienten zieht es zunehmend ins Ausland – vor dem Hintergrund steigender Behandlungskosten und sinkender Erstattungen der Krankenkassen ist das nicht erstaunlich. Eine Studie der Techniker Krankenkassen (TK) brachte es jetzt ans Licht – rund 30 Prozent der im Ausland behandelten Patienten hat ganz gezielt nach einer solchen Leistung gesucht.

Zum Arztbesuch nach Italien, zur Kur in Tschechien, zur Zahnbehandlung nach Polen – die Wahl ist groß, und sehr häufig liegt die Begründung für eine solche Behandlung im Ausland schlicht in den Kosten.

Daumen hoch für das Ausland – Wenn die Rahmenbedingungen stimmen

Die Studie zeigte dann auch – Behandlungen im Ausland sind durchaus hochwertig. So wurden Sauberkeit, Qualifikation der Mitarbeiter, der gesamte Ablauf, die Ausstattung in der Klinik, die Kapazität mit den Wartezeiten und vor allem das Ergebnis der Behandlung von über 95 Prozent der Behandelten als positiv bewertet. Selbst die Sprachprobleme blieben in einem überschaubaren Rahmen.

Doch das große Problem liegt in den Kosten – sie mussten zu einem großen Teil aus eigener Tasche gezahlt werden. Insgesamt aber würden rund 90 Prozent der Patienten wieder zur Behandlung ins Ausland gehen. Wer allerdings noch keine Erfahrung mit ausländischen Behandlungen hat, ist davon kaum zu überzeugen – so waren nur 30 Prozent der Befragten offen dafür, sich im Ausland behandeln zu lassen, sofern das Vertrauensverhältnis zum Arzt stimmt.

Insgesamt dürfte damit eine Behandlung im Ausland empfehlenswert sein – wenn die entsprechenden Informationen vorliegen und wenn die Fragen zu Kosten und Abrechnungen transparent gemacht sind. Daran möchte die TK in Zukunft arbeiten – sie hat also offensichtlich als Kasse ein Interesse daran, weitere Behandlungen ins kostengünstigere Ausland zu verlagern.

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