Brustkrebsfrüherkennung auf dem Teststand

Donnerstag, 15. Januar 2015

Kritische Sicht auf die Mammographie-Screening
Seit mehr als fünf Jahren werden Frauen über 50 Jahren alle zwei Jahre per Brief zum Mammografie-Screening eingeladen. Bereits im Jahr 2002 hat der Bundestag diese Maßnahme beschlossen. Auch wer jünger ist, sollte sich frühzeitig mit dem Thema Krebsvorsorge auseinandersetzen. In letzter Zeit ist das flächendeckende Screening häufiger kritisch hinterfragt worden. Nach Meinung der Kritiker steht dem positive Effekt tatsächlich frühzeitig erkannter Fälle von Brustkrebs eine größere Anzahl falsch-positiver Befunde gegenüber, die die Betroffenen bis zur Klärung unnötig ängstigen. Grundsätzlich ist die Mammografie ein anerkanntes Diagnoseverfahren, das bei begründetem Verdacht der behandelnden Ärztin die frühzeitige Diagnose einer noch immer häufig tödlich verlaufenden Krebsart ermöglicht. In der Kritik steht tatsächlich nur das standardisierte Einladungsverfahren, das fallweise ohne hinreichende Informationen über

  • die Maßnahme,
  • das Untersuchungsverfahren und
  • die Begründung für das Screening

erfolgt. Die frühzeitige Information über das Thema Brustkrebs auf eigene Initiative und bereits in einem jüngeren Lebensalter kann die Unsicherheiten im Zusammenhang mit dem Mammografie-Screening mindern.

Krebsangst und erwiesene Risikofaktoren
Prominente haben in den letzten Jahren mit ihrem individuellen Schicksal das Thema Brustkrebs ins Bewusstsein einer breiten Öffentlichkeit gebracht. Entsprechend sensibilisiert sind heute viele Frauen bei Themen wie Krebsvorsorge und Früherkennungs- sowie Diagnostikverfahren. Trotzdem existieren noch immer viele falsche Vorstellungen zur Entstehung und zu den Risiken einer Krebserkrankung. Genetische Faktoren und eine (un-)gesunde Lebensführung gelten für viele Krebsarten, darunter den Brustkrebs, als begünstigende Faktoren. Altersgerechte Früherkennungsmaßnahmen wie

  • das Abtasten,
  • die Ultraschalluntersuchung,
  • die Mammografie oder
  • die Tomografie

können individuell ausgewählt und zur Frühdiagnostik oder für die Abklärung eines falschen Verdachts genutzt werden. Das gute Verhältnis zur Frauenärztin oder zum Frauenarzt kann in diesem Zusammenhang eine gute Grundlage für eine fundierte Entscheidung über sowohl die Untersuchungen als auch die (spätere) Teilnahme am Mammografie-Screening bilden.

Fundierte Entscheidungen treffen
Das vertrauensvolle Verhältnis zwischen der Gynäkologin/dem Gynäkologen und der Patientin ist die wichtigste Basis für eine fundierte Entscheidung für oder wider einer Teilnahme am Mammografie-Screening. Das gegenseitige Vertrauen wird meist begründet in jungen Jahren bei der jährlichen Vorsorgeuntersuchung oder während der Betreuung in der Schwangerschaft. Frauen, in deren Familie Krebserkrankungen bereits vorgekommen sind, sollten bei diesbezüglichen Befürchtungen immer als erstes das Gespräch mit der Medizinerin/dem Mediziner suchen. Gute Ärzte erklären gern ausführlich die Vor- und Nachteile medizinischer Maßnahmen und können anhand der individuellen Anamnese das konkrete Erkrankungsrisiko abschätzen. Wer eine Einladung zum Mammografie-Screening erhält, das nicht den persönlichen Informationsbedürfnissen entspricht, sollte sich nicht von potentiell unangemessenen Formulierung zu einer Entscheidung drängen lassen. Mit einer Liste konkreter Fragen, auf deren Beantwortung durch Ihren Arzt Sie bestehen sollten, lassen sich Bedenken und Ängste durch fundierte Information ersetzen.

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