Hoch dosiertes Johanniskraut seit April verschreibungspflichtig

Dienstag, 21. April 2009

Seit dem 1. April 2009 sind bisher frei verkäufliche Johanniskrautpräparate nur noch auf Rezept erhältlich. Dabei handelt es sich um hoch dosierte Präparate, die man bisher auch ohne Rezept in der Apotheke kaufen konnte. Von der Neuregelung nicht betroffen sind niedrig dosierte Johanniskrautpräparate, wie sie in Drogerien erhältlich sind.

Der Grund für die Änderung ist darin zu sehen, dass man verhindern möchte, dass Menschen, die an einer Depression leiden, versuchen, diese allein zu behandeln. Depressionen können sehr schwerer Erkrankungen sein, die man nicht in eigener Regie zu therapieren versuchen sollte. Nicht selten führen schwere Depressionen zu lebensgefährlichen Zuständen, und enden schlimmstenfalls sogar im Selbstmord.

Obwohl Johanniskraut ein Naturprodukt ist, wirkt es in hoher Dosierung so ähnlich wie synthetisch hergestellte Antidepressiva. Außerdem kann es bei der Einnahme von Johanniskrautpräparaten zu Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten kommen. Dies alles ließ es sinnvoll erscheinen, für die Abgabe von Johanniskraut ein Rezept vom Arzt zu verlangen.

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