Kühlung nach Herzstillstand wird nicht ausreichend eingesetzt

Mittwoch, 22. April 2009

Wie die Deutsche Gesellschaft für Anästhesiologie bemängelt, wird die therapeutische Kühlung nach einem Herzstillstand in Deutschland zu selten eingesetzt. Es ist bekannt, dass die Überlebenschancen von Patienten, die nach einem Herzstillstand wieder belebt werden, steigen, wenn sie eine niedrige Körpertemperatur aufweisen.

Einem von sechs Patienten könnte durch eine solche Kühlung das Leben gerettet werden. Den besten Erfolg hat eine Abkühlung der Körpertemperatur auf 32-34 °C. Bei unter 32° kann es zu Herzrhythmusstörungen kommen, und bei unter 28 °C sogar zum Herzstillstand. Die als sicher geltende Abkühlung auf 32-34°, die nur auf Intensivstationen erfolgen sollte, wird mittels Eispackungen, spezieller Kühlkatheter, mit kühlmittelgefüllten Kopfhauben und durch Infusionen mit kalten Flüssigkeiten erreicht.

Leider wendet nicht einmal jede dritte Klinik diese wichtige Maßnahme zur Herz-Lungen-Wiederbelebung an. Zu diesem Resultat kam eine Umfrage unter Intensivmedizinern. Bernd Bötticher, der Präsident des European Resuscitation Council (ERC) kritisiert, dass die therapeutische Hypothermie noch nicht einmal an einem Drittel der Kliniken standardmäßig angewandt wird.

Anzeige