Gefahr durch mit Methanol gepanschten Alkohol

Donnerstag, 9. April 2009

Drei Berufsschüler sind kürzlich an einer Methanolvergiftung gestorben. Auf einer Klassenfahrt in die Türkei haben Sie sich an Wodka vergiftet, der mit Methanol gestreckt war. Methanolvergiftungen kommen vor allem in Ländern vor, in denen Alkohol sehr teuer ist oder wo viel selbstgebrannter Schnaps getrunken wird.

Methanol wird in der chemischen Industrie verwendet. Es eignet sich als Frostschutzmittel und als Kraftstoff. Wird Methanol dagegen Getränken zugesetzt, sind schon geringe Dosen höchst gefährlich. Wenn die Leber beginnt, den gepanschten Alkohol abzubauen, entsteht Formaldehyd und letztendlich Ameisensäure. Diese Substanz lässt das Blut übersäuern. Leber, Nieren und das Nervensystem werden stark geschädigt. Schlimmstenfalls kommt es zur Erblindung und zum Atemstillstand.

Leider kann man als Laie eine Vergiftung mit Methanol nicht von einer „normalen“ Alkoholvergiftung unterscheiden, da die Rauschsymptome bei beiden gleich sind. Nur ein Arzt kann mit Hilfe einer Blutuntersuchung klären, ob eine Methanolvergiftung vorliegt. Damit der Arzt noch rechtzeitig eingreifen kann, müssen Patienten mit Verdacht auf Methanolvergiftung so schnell wie möglich ins Krankenhaus eingeliefert werden – bevor die Leber den Alkohol vollständig abgebaut hat.

Anzeige