Genvariante erhöht Risiko für Neurodermitis

Dienstag, 5. Mai 2009

Wissenschaftler des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin und der Charité ist es gelungen, nachzuweisen, dass Erbgutveränderungen die Gefahr erhöhen, an Neurodermitis zu erkranken. Neurodermitis ist neben Asthma und Heuschnupfen die häufigste allergische Erkrankung.

Allein in Deutschland leiden mehrere Millionen Menschen an dieser Hauterkrankung, die mit einem quälenden Juckreiz verbunden ist und für die Betroffenen eine große physische und psychische Belastung ist. Die Forscher haben entdeckt, dass zwar mehrere Gene an der Entstehung von Neurodermitis beteiligt sind, dass aber besonders häufig eine Veränderung des Erbguts auf Chromosom 11 vorliegt, und zwar auf dem Gen C11ofr30, in dem sich die Bauanleitung für ein Eiweiß namens EMSY befindet.

Zwar ist noch nicht klar, welche Rolle dem Eiweiß bei der Entstehung von Neurodermitis zukommt, aber es scheint festzustehen, dass es vor allem diese Genveränderung ist, die das Risiko erhöht, an Neurodermitis zu erkranken. Es wird geschätzt, dass circa 36 Prozent aller Europäer diese Genvariante besitzen. Das bedeutet, dass mehr als ein Drittel der Menschen ein erhöhtes Risiko hat, eine Neurodermitis zu entwickeln.

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