Stressreaktionen sind von den Genen abhängig

Mittwoch, 10. Juni 2009

Wie wir mit Stress umgehen, hängt weitestgehend von unserer individuellen genetischen Veranlagung ab. Das haben jetzt israelische Wissenschaftler durch Tests an 100 Personen herausgefunden. Auch das Geschlecht hat demnach Einfluss darauf, wie Stress verarbeitet wird.

Bei Männern mit der Gen-Kombination A wurde unter psychischem Druck ein größerer Anstieg des Stress-Hormons Cortisol festgestellt als bei Männern mit der Gen-Kombination B. Interessanterweise verhält es sich bei Frauen genau umgekehrt: Frauen mit der Gen-Kombination A reagieren mit einem geringeren Anstieg von Cortisol als diejenigen mit der B-Kombination.

Warum die verschiedenen Gen-Kombinationen die Stressreaktionen beeinflussen, und warum dieselben Kombinationen bei Frauen zu anderen Ergebnissen führen als bei Männern, ist den Wissenschaftlern noch ein Rätsel. Sicher ist aber nun, dass man bei der Behandlung von stressbedingten Erkrankungen sein Augenmerk vermehrt auf die genetische Anlage richten muss. Psychische Erkrankungen etwa entstehen offensichtlich aus einem Zusammenspiel von individuell unterschiedlichem Stress-Erleben und genetischer Disposition.

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