Erhöhtes Diabetesrisiko durch Vitaminpillen in Kombination mit Sport

Dienstag, 18. August 2009

Michael Ristow von der Universität Jena hat eine überraschende Entdeckung gemacht: Wer unter Diabetes leidet und Sport treibt, der macht die positiven Effekte der Bewegung auf seinen Blutzuckerspiegel zunichte, wenn er gleichzeitig Vitaminpräparate einnimmt.

Die Erklärung für dieses Phänomen liefert er gleich mit: Vitamine wie C und E, die als Antioxidantien gelten, fangen freie Radikale ab, die die unter anderem Zellschäden verursachen und so den Alterungsprozess beschleunigen. Wenn man allerdings Sport treibt, haben die freien Radikale, deren Produktion dann ansteigt, eine positive Aufgabe zu erfüllen. Sie werden vermehrt produziert und stärken nämlich die körpereigene Abwehr gegen den oxidativen Stress, der bei sportlicher Betätigung entsteht.

Außerdem kann die Kombination von Sport und freien Radikalen dazu beitragen, den Blutzuckerspiegel positiv zu beeinflussen. Der zeitweilige körperliche Stress durch Freie Radikale hilft also, Diabetes zu verhindern. Wenn nun aber durch Vitaminpräparate die Produktion von freien Radikalen unterdrückt wird, wird damit auch deren positiver Effekt auf den Blutzuckerspiegel zunichte gemacht. Möglicherweise wird durch die Kombination von Sport und der Einnahme von Vitaminpillen das Diabetesrisiko sogar erhöht.

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