Brustverkleinerung: Ablauf und Methoden

Brustverkleinerung

Am Tag der OP müssen Sie nüchtern bleiben, um die Durchführung der Narkose nicht zu gefährden. Der behandelnde Arzt wird entweder bei Ihnen noch im Zimmer oder später im OP die Schnitte einzeichnen, die er bei der Verkleinerung benötigt. Im Zimmer wird dies im Stehen durchgeführt, im OP in Oberkörperhochlage, um das Herabhängen der Brust zu berücksichtigen. Dabei wird die Brust auch noch einmal exakt vermessen.

Nach der Narkoseeinleitung wird das OP-Gebiet großflächig, unter Berücksichtigung der Achselbereiche beider Arme, abgewaschen. Es erfolgt die sterile Abdeckung des Umfeldes, die OP kann beginnen, wobei der Arzt nach der zuvor festgelegten Methode verfährt. Das intraoperative Bild kann den Arzt dazu bewegen, mehr oder weniger Gewebe als geplant zu entfernen, hierbei spielen die anatomischen Gegebenheiten sowie die entstehenden Proportionen eine zentrale Rolle.

In den meisten Fällen wählt der Chirurg einen T-Schnitt zur Verkleinerung. Hierbei wird zum einen die Unterbrustfalte genutzt, zum anderen wird senkrecht von der Mitte der Brustfalte zur Mamille hoch geschnitten. Bei der L-Schnitt-Variante wird die halbe Unterbrustfalte zur Schnittführung genutzt, das übrige Verfahren ist identisch. Anschließend wird das innenliegende Fettgewebe großflächig entfernt, wobei das Drüsengewebe belassen wird.

Die Haut wird durch Zusammenlegen geformt und der Proportion angepasst exzidiert. In vielen Fällen ist gleichzeitig ein Umsetzen der Brustwarze notwendig. Diese muss durch die Entfernung des umliegenden Gewebes weiter nach oben platziert (und meist auch verkleinert) werden. Mithilfe eines der gewählten Brustgröße entsprechenden Mamillotoms (Schnittlehre für Brustwarzen und Vorhof) wird die Mamille herausgeschnitten und mit einem Faden gesichert, der Stiel zur Versorgung bleibt dabei erhalten. Ist die Verkleinerung abgeschlossen, zeichnet der Chirurg auf der Haut die neue Stelle der Mamille mit einer aus dem Mamillotom gefertigten Schablone auf, kontrolliert den Sitz auf beiden Seiten und schneidet diesen Bereich aus. Anschließend zieht er die Brustwarze an der Sicherungsfixierung durch das neu entstandene Loch und fixiert diese schichtweise mit feinen Fäden.

Zur Seite wird jeweils eine Drainage eingelegt, die für die ersten 24 bis 48 Stunden Wundsekret und Blut ableiten soll. Hierdurch werden Schwellungen und Hämatome reduziert, der Heilungsprozess verbessert. Es folgt der schichtweise Wundverschluss unter Berücksichtigung des T-Schnitts. Die Haut wird mit einem sich selbst auflösenden Faden vernäht, wodurch das spätere Narbenbild sehr fein, zum Teil kaum sichtbar wird.

Die Brustverkleinerung kann auch in Kombination mit einer Fettabsaugung durchgeführt werden. Hierbei nutzt der Chirurg feine, durch einen Motor in Schwingungen versetzte Kanülen, um zuvor durch eine Lösung verflüssigte Fettzellen abzusaugen. Die Liposuction bietet sich in Regionen der Brust an, die nicht durch Schnitte und Narben belastet werden sollen, z.B. dem seitlichen Rand zur Achselhöhle hin.

Muss nur wenig Gewebe (bis ca. 500 g) entfernt werden, kann die Lejour-Technik angewandt werden. Hierbei wird die Mamille kreisförmig exzidiert, der anschließende Schnitt zieht mittig vom Warzenvorhof nach unten zur Unterbrustfalte. Nach dem Eingriff wird die Brust durch spezielle Klebestreifen in Form „getaped“ und durch einen Brustverband (Stützgurt oder Bandagen) geschützt.

Anzeige