Eigenfettunterspritzung: Ablauf und Methoden

Am Behandlungstag kommen Sie morgens in die gewählte Klinik. Ist zuvor ein stationärer Aufenthalt vereinbart worden, sollten Sie die dafür benötigten persönlichen Utensilien, z.B. Hygieneartikel und Nachtwäsche, mitbringen. Bei ambulanten Eingriffen ist eine Begleitperson von Vorteil, die Sie anschließend sicher nach Hause geleiten kann.

Der Sie behandelnde Arzt wird Sie noch einmal aufsuchen, um sich davon zu überzeugen, dass Sie den Eingriff weiterhin durchführen möchten und um noch mögliche Fragen zu klären, wobei er auch noch einmal die zu behandelnden Körperpartien begutachtet.

Im Operationsraum erhalten Sie die zuvor vereinbarte Narkose. Die lokale Betäubung wird bei kleineren Eingriffen bevorzugt, da sie risikoarm ist und eine rasche Mobilität gewährleistet. Hierzu werden an den zu behandelnden Stellen sowie den Bereichen, an denen die Fettzellen entnommen werden, Injektionen mit einem Lokalanästhetikum gesetzt, die ihre volle Wirkung bereits nach einigen Minuten besitzen und diese über einen berechenbaren Zeitraum halten.

Die Vollnarkose wird angewandt, wenn das Lipofilling über mehrere Stunden andauert, die OP aufwendig ist und viele verschiedene Körperpartien betroffen sind. Meist ist diese Narkoseform mit einem stationären Aufenthalt verbunden, generell ist sie aber eher selten.

Alle Körperpartien, die der Behandlung dienen, werden vor dem Eingriff gründlich desinfiziert. Um Fettzellen gewinnen zu können, wird die Liposuktion angewandt. Dieses Verfahren dient auch der kosmetischen Entfernung von überschüssigem Fett. Hierbei wird über sehr feine Kanülen eine Flüssigkeit in die gewählten Körperregionen gegeben, die dazu führt, dass die Fettzellen sich verflüssigen.

Im Unterschied zur reinen Liposuktion wird das Fett anschließend nicht verworfen, sondern in eine Zentrifuge zur Aufbereitung gegeben. Hierbei werden die verschiedenen Phasen der Mischung voneinander getrennt, die vorher injizierte Lösung, Plasmabestandteile und Öle werden abgeschieden. Zurück bleibt das gereinigte Fettgewebe, welches sich gut zur Behandlung der Problemzonen eignet.

Das Fettgewebe wird in Spritzen abgefüllt und anschließend über eine feine Kanüle in die zu behandelnden Körperpartien injiziert. Dabei ist ein Überfüllen gewünscht, da in den meisten Fällen nur gut ein Drittel aller Zellen erhalten bleibt und ein Teil des Fetts relativ zügig vom Körper resorbiert wird. Vielfach entnimmt der behandelnde Arzt mehr Gewebe als für den Eingriff benötigt wird. Dieses kann nach der Aufbereitung deponiert werden und bei einer Nachkorrektur zum Einsatz kommen, ohne dass neue Zellen entnommen werden müssen.

Wie viel Fettgewebe in den Körper zurückgegeben wird, hängt mit vom ästhetischen Auge des Chirurgen ab. Er ist in der Lage, die Überfüllung der behandelten Stellen zu beurteilen und das Endergebnis abzuschätzen. Hierüber sollte er Sie aufklären, damit sie die anfänglichen Schwellungen richtig deuten und über das primär sichtbare Bild nicht enttäuscht sind.

Abschließend werden die Injektionsstellen noch einmal gereinigt und desinfiziert sowie mit feinen Pflasterstreifen verschlossen. Eine Naht ist meist nicht notwendig (zum Teil nur bei den Körperpartien, an denen das Fettgewebe entnommen wurde), da die verwendeten Kanülen sehr feine Einstiche verursachen. Auch lässt sich durch die Pflasterstreifen eine gewisse Formung erreichen, durch Druck und Zug bleibt der Injektionsinhalt am gewünschten Ort.

Bei einer Vollnarkose werden Sie langsam aufgeweckt und in den Überwachungsbereich gebracht. Bei einem Lokalanästhetikum können Sie anschließend direkt in Ihr Zimmer, eine Nahrungsaufnahme ist sofort möglich. Sie verbleiben dort noch ein bis zwei Stunden, um auf mögliche Reaktionen des Körpers direkt reagieren zu können. Danach werden Sie nach Hause entlassen.

Anzeige