Fettabsaugen: Ablauf und Methoden

Fettabsaugung

Am Tag der OP begutachtet der behandelnde Arzt noch einmal die zu formenden Körperpartien und zeichnet die Reduktionslinien mit einem wasserfesten Stift ein. Dann werden Sie in den OP gebracht, wo Sie entweder die Vollnarkose erhalten oder aber der Chirurg Sie auf die Lokalbetäubung vorbereitet.

Das benötigte Lokalanästhetikum befindet sich in der Lösung, die für die Fettabsaugung benötigt wird. Diese setzt sich zusätzlich aus einem salzhaltigen Präparat sowie Adrenalin zusammen. Der Chirurg injiziert die Lösung nach dem Desinfizieren des OP-Gebietes in die zu behandelnden Stellen. Das Kochsalz weist eine andere Konzentration als die Flüssigkeit der Fettzellen auf, wodurch es in die Zellen eindringt und diese zum Platzen bringt. Adrenalin wirkt blutungshemmend und sorgt so für eine besonders schonende Durchführung. Gleichzeitig betäubt das Lokalanästhetikum die Injektionsbereiche großflächig.

Nach einer Wartezeit von ca. fünfzehn Minuten kann der Operateur mit seiner Arbeit beginnen. Zur Verfügung stehen ihm dabei ein motorisiertes Instrumentarium, welches verschiedene Kanülen aufnehmen kann. Der Motor versetzt das gesamte Instrument in Schwingungen, welche über einen Regler variabel in ihrer Geschwindigkeit verändert werden können. Je nach zu behandelnder Körperpartie wählt der Operateur die geeignete Kanüle. Die verschiedenen Modelle differieren in ihrer Länge und in ihrem Durchmesser, der sehr fein gehalten ist, um einen schmerzarmen und schonenden Eingriff zu gewährleisten.

Die Kanüle wird in das eingezeichnete Zentrum der Körperregion eingestochen und durch rasches Hin und Her im Gewebe bewegt. Durch die Schwingung des Motors erfolgt das Lockern der bereits verflüssigten („geplatzten“) Fettzellen, gleichzeitig werden diese abgesaugt und in einem Behälter (zur Dokumentation der Menge) aufgefangen. Die Methode ist schonend für das Gewebe, es werden fast ausschließlich Fettzellen entfernt. Feine Blutgefäße, die im Fettgewebe liegen, werden unter Umständen zerstört, im Auffangbehälter zeigen sich rote Auflagen. Dies hat jedoch auf die Durchblutung keinen Einfluss. Größere Gefäße werden durch die spezielle Technik weitestgehend geschont.

Der Operateur sieht direkt während der Durchführung den Erfolg der Liposuction. Auftretende Dellen und Polster lassen sich gezielt beseitigen. Anstelle der Lipolyse mithilfe von Kochsalz wird in einigen Kliniken bei kleinen zu behandelnden Körperregionen mittlerweile ein Ultraschallverfahren angewendet. Hierbei werden durch die Schwingungen eines aufgesetzten Schallkopfes die Fettzellen zur Lösung gebracht und anschließend abgesaugt.

Auch eine nichtinvasive Durchführung ist möglich. Dabei wird nach der ambulanten Schallwellenbehandlung das verflüssigte Fett langsam vom Körper resorbiert und auf natürlichem Weg ausgeschieden. Das Ergebnis ist nicht sofort sichtbar und erfordert eine große Geduld (mehrere Wochen bis Monate), weshalb es eher selten zur Anwendung kommt.

Zum Abschluss werden die Einstichstellen der Kanüle entweder mit einer Einzelknopf-Hautnaht verschlossen oder nur mit einem Pflaster bedeckt. Alle behandelten Körperpartien werden mit festen Bandagen gewickelt, um ihnen ausreichend Stabilität zu geben und durch den Druck die Formung zu unterstützen. Für das Gesäß steht eine spezielle Hose zur Verfügung, die Brust erhält einen Stützverband. Gleichzeitig reduzieren sich hierdurch leicht die anschließende Schwellung sowie die Hämatombildung, Hohlräume werden durch Kompression vermieden.

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