Gynäkomastie: Ablauf und Methoden

Gynäkomastie

Am Tag der OP sollten Sie nüchtern sein, hierzu zählt auch der Genuss von Nikotin. Vor dem Eingriff sucht Sie der Arzt noch einmal auf und zeichnet, während Sie stehen, die Schnittführung und den zu behandelnden Bereich mit einem wasserfesten Stift ein.

Ist das Gewebe nicht zu stark gedehnt, kann unter Umständen eine isolierte Liposuction mit lokaler Sedierung ausreichen. Bei einem starken Überschuss an Haut und Gewebe ist zu erwarten, dass sich die gedehnte Haut nicht vollständig regeneriert. Hier wird ein kombinierter Eingriff gewählt, bei dem zuerst das überschüssige Fettgewebe abgesaugt wird, um im Anschluss die Brust zu straffen. Vielfach wird dabei auch der Brustwarzenbereich versetzt, um ein ästhetisches Bild zu erzielen. Der Eingriff ist langwieriger und wird meist durch lokale Injektionen nicht ausreichend betäubt. Hier bietet sich die Vollnarkose an.

Sie liegen im OP auf dem Rücken, der Oberkörper ist dabei leicht erhöht, die Arme sind zu den Seiten ausgelagert. So erkennt der Arzt besonders deutlich den Verlauf der Brust und kann hängendes Gewebe leichter korrigieren. Nach der Desinfektion wird das OP-Gebiet steril abgedeckt.

Anschließend injiziert der Arzt eine Flüssigkeit in den zu behandelnden Bereich, die aus einer speziellen Kochsalzlösung, Adrenalin und einem Lokalanästhetikum besteht. Das Betäubungsmittel verteilt sich im Gewebe, das Adrenalin unterbindet starke Blutungen, die Kochsalzlösung dringt in die Fettzellen ein und führt bei Ihnen zur Auflösung (durch Reißen oder Platzen). Nach einer Einwirkzeit von ca. fünfzehn Minuten kann mit der Behandlung begonnen werden. Hierzu wählt der Arzt ein medizinisches Gerät, welches aus einem Motor und variabel aufsteckbaren Kanülen besteht.

Der Motor versetzt das Instrument in Schwingung, das gelöste Fett wird über das feine Lumen der Kanüle abgesaugt. Über einen winzigen Hautschnitt führt der Operateur die gewählte Kanüle in das Gewebe ein und bewegt diese hin und her. Gleichzeitig schwingt die Kanüle durch den Motorantrieb, wobei die Geschwindigkeit am Gerät eingestellt werden kann. Das Absaugen ist durch ein leises Schlürfen zu hören. Durch die Lokalbetäubung sind Sie bei vollem Bewusstsein und können dieses Geräusch wahrnehmen. Nicht immer wird dieses als angenehm empfunden, weshalb sich viele Patienten auch für eine Sedierung in Form eines Dämmerschlafes entscheiden oder sie hören über einen Kopfhörer laute Musik.

Bereits während der Behandlung kann der Arzt die Fortschritte erkennen. Er sieht, wann das Ergebnis zufriedenstellen ist und registriert das in einem Behälter aufgefangene Fett.

Ist die Gynäkomastie stark ausgeprägt, ist anschließend unter Umständen die Bruststraffung notwendig. Hierzu wird ein T- oder L-Schnitt vom Warzenvorhof zur Brustfalte und an dieser entlang getätigt. Die übermäßige Haut und nicht gelöste Fettdepots werden entfernt und der Schnittbereich wieder schichtweise verschlossen. Ist ein gleichzeitiger Versatz der Brustwarze geplant, wird diese vor dem Wundverschluss mit einem der Größe angepassten Mamillotom herausgeschnitten und über einen Haltefaden gesichert. Mit dem Mamillotom wird zusätzlich aus einer Klebefolie eine Schablone gefertigt, die auf die Brust geklebt wird. Durch Inspektion und Vermessung wird die geeignete Höhe ermittel. Anschließend wird die Schablone mit einem feinen Skalpell umfahren und herausgelöst, die gesicherte Mamille am Faden durch die neue Öffnung durchgezogen und fixiert.

Zur Ableitung von Wundsekreten und möglichen Blutungen wird in jede Seite der Brust eine Drainage eingelegt. Der Hautverschluss erfolgt in der Regel mit lysierenden (auflösenden) Fäden. Hierdurch entfällt das spätere Fadenziehen, die Narben werden noch feiner und weniger sichtbar. Zuletzt wird die Brust komprimiert. Hierzu steht ein spezieller Brustverband zur Verfügung, der das Gewebe straff hält und durch den Druck die Bildung von Höhlen verhindert.

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