Kinnkorrektur: Ablauf und Methoden

Kinnkorrektur

Eine anstehende Kinnkorrektur kann unterschiedliche Ziele verfolgen. Leiden Sie unter einem fliehenden Kinn, wird dieses durch ein Transplantat optisch hervorgehoben. Diese Methode bietet sich auch bei zu gering ausgeprägten oder durch Verletzungen entstellten Kinnregionen an. Prominente Kinnpartien lassen sich durch Schleif- und Abtragungsmethoden des Unterkieferknochens beheben.

Implantate

Bei der Verwendung von Implantaten stehen dem Operateur verschiedene Modelle zur Auswahl. Er kann sich für körpereigenes Material entscheiden, welches er meist aus dem Knochen oder Knorpel der Beckenregion gewinnt. Auch die Verwendung von Fremdspongiosa oder Fremdknochen ist möglich. Daneben bietet die Industrie verschiedene Implantate an, die zum Teil eine hyaline Knochenstruktur simulieren oder aber einem Silikonimplantat ähneln.

Vor dem Eingriff

Am Tag des Eingriffs kommen Sie nüchtern zur Klinik. Dort werden Sie vom behandelnden Arzt noch einmal untersucht und nach Unregelmäßigkeiten befragt. Nach der allgemeinen Vorbereitung gelangen Sie in den Operationsraum. Der Eingriff wird in liegender oder in sitzender Position durchgeführt, je nach Aufwand des Verfahrens.

Anschließend wird die Kinnregion lokal betäubt oder der Anästhesist leitet die Vollnarkose ein.
Der Schnitt erfolgt, verfahrensabhängig, an der Innenseite der Lippe oder am unteren Kinnrand. Hierdurch wird das abschließende Narbenbild gering gehalten, bei Verfahren über den Mund ist die Narbe „unsichtbar“.

Fliehendes Kinn

Ein fliehendes Kinn wird mit Implantaten bzw. Transplantaten versorgt. Dabei polstert der Chirurg die vordere Partie mit dem Material seiner Wahl auf. Bei Verwendung von Knochen kann unter Umständen eine Osteosynthese (Verbindung von Knochenfragmenten durch Verwendung von Platten, Schrauben oder Stiften aus unterschiedlichen Materialien) mit sehr kleinen Schrauben oder Stiften erfolgen. Hierdurch bleibt der Knochen fest fixiert und kann nicht verrutschen. Die dabei verwendeten Schrauben bzw. Stifte sind entweder aus Metall (Chrom-Nickel, Titan) oder selbstauflösend (biodegradable).

Ein nach vorne gelagertes Kinn wird in zwei Schritten behandelt. Der prominente Knochenanteil wird durch Osteotome (Meißel) begradigt und mit einer Feile oder Fräse glatt geschliffen. Anschließend wählt der Chirurg ein Implantat, welches er hinter die Kinnpartie setzt, um ein gerades, ebenmäßiges Bild zu erzeugen.

Bei einem Kinnaufbau erfolgt ebenfalls die Einlage eines Silikonimplantats oder es wird ein in Form geschliffenes Knochenstück fixiert.

Kinnverkleinerung

Um ein Kinn zu verkleinern, stehen verschiedene Instrumente zur Abtragung des Knochens zur Verfügung. Mit Meißeln wird überschüssiger Knochen abgesprengt, kleine Schleifköpfe formen den Knochen wieder glatt und eben.

Die einzelnen Schritte und ihre Wirkung sind direkt sichtbar, so dass der Operateur vor Ort entscheiden kann, wann das Bild den vorher vereinbarten Wünschen entspricht. Der Eingriff dauert zwischen 30 Minuten und anderthalb Stunden.

Es erfolgt der Wundverschluss, in seltenen Fällen wird eine kleine Silikonlasche eingelegt, um anfallendes Wundsekret oder kleinere Blutungen ableiten zu können und die Schwellung des OP-Gebietes gering zu halten.
Abschließend wird ein Kompressionsverband angelegt, der Druck auf das Kinn ausübt und dieses ruhig stellt.

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