Kinnkorrektur: Risiken und Komplikationen

Kinnkorrektur

Kinnkorrekturen zählen zu den häufig durchgeführten Eingriffen. Dennoch birgt jede Form der chirurgischen Manipulation Risiken oder kann Komplikationen verursachen.

Neben der Unverträglichkeit des gewählten Narkosemittels (führt zum Teil zu Übelkeit oder Erbrechen) können durch den Hautschnitt Nerven oder Gefäße in Mitleidenschaft gezogen werden. Die entstehenden Blutungen zeigen sich auf der Haut in Form von Hämatomen (Blutergüsse). Zum Teil weisen Unterlippe, Unterkiefer und Kinn Gefühlsstörungen (z.B. Taubheit, Kribbeln) auf, die sich meist nach einiger Zeit eigenständig geben.

Schmerzen nach dem Eingriff sind normal. Durch größere Flüssigkeitsansammlungen (Ödeme) kann sich der Druck auf das Gewebe derart erhöhen, dass die Beschwerden sich extrem verstärken. In diesem Fall setzt der Chirurg z.B. einen kleinen Entlastungsschnitt innen im Mund, um Sekrete ablaufen zu lassen. Daneben stehen verschiedene Präparate zur Schmerzreduktion zur Verfügung.

Infektionen entstehen immer dann, wenn der Wundbereich nicht ausreichend gepflegt wird. Bei einem operativen Zugang über den Mund ist daher eine sehr gute Mundhygiene wichtig. Bei einem äußeren Schnitt sollte der Wundbereich regelmäßig mit desinfizierenden Salben oder Tinkturen behandelt werden. Hierdurch verfeinert sich auch das abschließende Narbenbild.

Je nach Zahnbeschaffenheit ist auch eine Läsion der Zähne möglich. Sind diese instabil oder weisen eine mangelhafte Schutzhülle auf, können kleine Fragmente bei der Nutzung von Instrumenten (z.B. Osteotom, Fräse) abplatzen. Hier ist im Verlauf eine Zahnsanierung notwendig, um die Defekte zu beseitigen.

Wird der aufgebrachte Knochen nicht fixiert, kann er unter Umständen im späteren Verlauf verrutschen. Dies geschieht z.B., wenn sich der Weichteilmantel durch Gewichtszunahme oder Erschlaffung des Bindegewebes verändert (der Raum sich somit vergrößert). Auch Silikonkissen können wandern. In beiden Fällen ist eine Korrektur notwendig.

Daneben kann es auch zu Abstoßungsreaktionen des verwendeten Implantates kommen. Dieses muss entfernt werden, um einen weiteren Schaden des bereits gereizten Gewebes zu vermeiden. Nach einem Ausheilungsprozess kann der Arzt durch einen Re-Eingriff ein anderes Material verwenden.

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