Lippenvergrößerung: Ablauf und Methoden

Lippenvergrößerung

Zum vereinbarten Termin kommen Sie in die Klinik bzw. Praxis. Der Sie behandelnde Arzt wird zur Kontrolle noch einmal die Lippen begutachten und, falls von Ihnen gewünscht, weitere Fragen beantworten. Anschließend werden Sie vorbereitet und in den Behandlungsraum geführt.

In den meisten Fällen erfolgt die Injektion in sitzender Position oder auf einem OP-Tisch mit Oberkörperhochlage, so dass der Chirurg bequem an die zu behandelnde Stelle gelangt. Das weitere Vorgehen ist abhängig von der Methode.

Die operative Variante mit Schnittführung von innen wird nur selten angewandt. Hierbei wird das innen liegende Gewebe nach außen geführt und über Nähte in Position gehalten. Eine mögliche Farbangleichung erfolgt später durch Tätowierung mit roten Farbpigmenten.

Eine dauerhafte Alternative ist auch das Einbringen von Implantaten, z.B. aus Silikon oder Goretex. Diese Methode wird vornehmlich noch in Amerika durchgeführt. Einige Kliniken in Deutschland bieten dieses Verfahren bereits auch bei uns an. Die Entscheidung für ein Implantat setzt voraus, dass man sich über die Irreversibilität und die möglichen Komplikationen genau informiert hat.

Durch das Einbringen des Fremdkörpers kann es zu Abstoßungsreaktionen oder auch Kapselbildungen kommen. Das dauerhafte Tragen führt zu einer Überdehnung der Lippenhaut, die bei Entfernung nur durch Exzision des überschüssigen Gewebes korrigiert werden kann.

Hauptsächlich wird die Lippe durch Injektion verändert. Hierzu stehen dem Chirurgen verschiedene Substanzen zur Verfügung. Die schonendste und verträglichste Methode ist die der Eigenfettunterspritzung (auch Lipofilling genannt). Dieses wird an geeigneter Stelle, z.B. am Unterbauch, durch Liposuktion entnommen und durch ein spezielles Verfahren aufbereitet. Anschließend werden die gereinigten Fettzellen in die Lippe injiziert, wodurch eine Vergrößerung erzielt wird, die einige Jahre anhält, bevor sie durch den Prozess der Resorption wieder verschwunden ist.

Poly-Lactat (auch Poly-Milchsäure) dient ebenfalls dem Lippenaufbau durch Injektion. Das verwendete Material ist vollständig synthetisch hergestellt, findet sich jedoch auch im Organismus und stellt daher eine gut verträgliche Alternative zum Lipofilling dar. Nachteil ist die mehrfach notwendige Anwendung bis zum gewünschten Ergebnis. Durch Abbau der Substanz ist eine Erneuerung nach ca. einem Jahr notwendig.

Bei einer Unterspritzung mit Kollagen wird auf tierische Substanzen zurückgegriffen, meist von Rindern. Die Haltbarkeit ähnelt der von Poly-Lactat, kann aber, bedingt durch die tierische Komponente, Allergien auslösen und zu Unverträglichkeitsreaktionen führen.

Hyaluronsäure gilt als gut verträgliche Substanz, die entweder aus Rindergewebe oder Bakterien gewonnen wird. Eine Injektion zur Auffüllung von Lippen wird meist gut vertragen, der Abbau geht jedoch zügig von statten, so dass eine regelmäßige Erneuerung nach sechs bis zwölf Monaten notwendig wird.

Nicht immer müssen Ober- und Unterlippe behandelt werden. In einigen Fällen reicht auch die Korrektur nur eines Anteils aus, um ein ästhetisches Bild zu erzeugen. Daneben können auch feine Fältchen an der Lippenkontur behandelt werden oder der Steg zwischen Nase und Mund durch Unterspritzen vergrößert werden, was zu einem Anheben der oberen Lippe führt.

Nach der gründlichen Reinigung und Desinfektion der zu behandelnden Körperpartie erfolgt die Durchführung des von Ihnen gewünschten Verfahrens. Bei einer lokalen Betäubung sind Sie bei vollem Bewusstsein und können dem Arzt bei seiner Tätigkeit zuschauen. Wenn Sie dies eher abschreckt, können Sie die Augen auch geschlossen halten und sich z.B. durch Musik ablenken.

Abschließend wird die Injektionsstelle gereinigt und erneut desinfiziert, ein Verband ist nicht notwendig. Der Arzt wird Sie nach Hause entlassen und zu einem ersten Kontrollbesuch am Folgetag bitten.

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