Schamlippenverkleinerung: Ablauf und Methoden

In der Regel wird der Eingriff ambulant durchgeführt. Am Tag der Operation begutachtet Sie der Chirurg noch einmal. Er vermisst die Schamlippen und zeichnet eventuell die Schnittführung vor. Er berücksichtigt dabei Ihre Wünsche und Ziele und geht auch auf eventuell aufgekommene Fragen und Zweifel ein.

Im Operationssaal erhalten Sie die vorher vereinbarte Betäubung. Haben Sie sich für ein Lokalanästhetikum entschieden, besteht zusätzlich die Möglichkeit, in einen Dämmerschlaf (Sedierung) versetzt zu werden. So bekommen Sie von dem Eingriff nichts mit und wachen erst zum Verband wieder auf. Eine Vollnarkose stellt immer ein größeres Risiko dar und wird nur in einigen Fällen angewandt.

Sie liegen auf einem OP-Tisch mit leicht auseinander gespreizten Beinen. Einige Kliniken bevorzugen auch die gynäkologische Lagerung der Patientin mit in hohen Beinschalen liegenden Beinen, um direkten Zugang zum OP-Gebiet zu erhalten.

Nach der Desinfektion mit einem alkoholfreien Präparat wird der umgebende Bereich steril abgedeckt. Dem Chirurgen stehen verschiedene Methoden und Hilfsmittel zur Verfügung. So kann er das überschüssige Gewebe mit einem feinen Skalpell, monopolarem Strom (Elektrokauterisierung), dem Radio-Wave-Cutter (Gerät, welches mit elektromagnetischen Wellen arbeitet) oder einem Laser entfernen.

In sehr seltenen Fällen kann überschüssiges Fettgewebe auch abgesaugt werden. Diese Methode kommt zum Einsatz, wenn noch weitere Bereiche der Korrektur bedürfen, z.B. Verkleinerung des Venushügels. Vorteile von apparativen Hilfsmitteln gegenüber der Verwendung eines Skalpells ist der nahezu blutfreie Eingriff, da während des Schneidevorgangs mögliche Blutungsquellen bereits verschlossen werden.

Das zuvor eingezeichnete Gewebe wird entfernt, die neu gebildeten Ränder durch einen sich auflösenden Faden verschlossen. Ein Verband in dieser Region gestaltet sich meist schwierig. Zum Teil werden Kompressen aufgelegt und diese durch eine Netzhose im Intimbereich gehalten. Je nach vorliegendem Gewebe können auch kleine Pflasterstreifen aufgebracht werden. Diese sind unter Umständen mit einer speziellen Substanz beschichtet, die sowohl antibakteriell als auch heilungsfördernd wirkt.

Anschließend werden Sie zur Beobachtung in den Aufwachraum gebracht. Bei einem stationären Aufenthalt gelangen Sie nach ein bis zwei Stunden zurück auf Ihr Zimmer, bei lokaler Betäubung und unauffälligem Verlauf der nachfolgenden Stunden dürfen Sie die Klinik verlassen.

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