Schweißdrüsenentfernung: Vorbereitung und Beratung

Wenn Sie unter vermehrtem Schwitzen leiden, welches sich unabhängig von der Umgebungstemperatur oder ihrem Gemütszustand zeigt und welches sich mit handelsüblichen Präparaten nicht behandeln lässt, sollten Sie einen Facharzt, z.B. einen Dermatologen, aufsuchen. Dieser ist in der Lage, durch verschiedene Testverfahren der übermäßigen Sekretion auf den Grund zu gehen und die für Sie geeignete Therapie zu erstellen. Bei Nachweis einer auslösenden Erkrankung (z.B. Schilddrüsenüberfunktion) erfolgt die Überweisung zum jeweiligen Spezialisten.

Liegt der Grund in einer Hyperhidrosis werden durch den Minor-Test die genauen Stellen der Überproduktion bestimmt. Hierbei nutzt der Arzt eine spezielle Jod-Lösung oder auch Jod-Streifen, mit denen er die prädestinierten Stellen markiert. Schweißdrüsen, die vermehrt sezernieren, färben anschließend die umgebende Haut dunkelbraun bis schwarz. Der Arzt ist so in der Lage, abhängig vom gewählten Verfahren, speziell diese Drüsen zu behandeln.

Die operative Entfernung bietet sich vor allem im Bereich der Achseln an, die Unterspritzung mit Botox wird z.B. vermehrt an Füßen und Händen genutzt. Das injizierte Gift führt zu einer temporären Reduktion der Sekretion, die nach acht bis zehn Monaten aufgefrischt werden muss. OP-Verfahren dienen der endgültigen Beseitigung des Problems.

Sollten Sie sich für die operative Variante entschieden haben, wird der Dermatologe Sie zu einem Facharzt, z.B. plastischen Chirurgen, überweisen. Dieser klärt Sie über die verschiedenen Methoden der Drüsenentfernung auf. Er wird Ihnen die Vor- und Nachteile der Verfahren erläutern und auf die Risiken und Komplikationen eingehen. Der Arzt wird Sie eingehend nach Ihrer Krankengeschichte, einzunehmenden Medikamenten, Unverträglichkeiten und Allergien befragen. Auch allgemeine Untersuchungsmethoden wie Laborauswertung, EKG und Röntgenaufnahme der Lunge (bei Wahl einer Vollnarkose) werden durchgeführt, um das Risiko des Eingriffs minimal halten zu können.

Die Absaugung von Schweißdrüsen in der Achselregion ist ein schonendes Verfahren zur Beseitigung, welches ambulant und unter lokaler Betäubung durchgeführt werden kann. Bei der Exzision (Herausschneiden) von Drüsen wird die Haut eröffnet, der Eingriff ist etwas größer, kann jedoch ebenfalls ambulant durchgeführt werden. In seltenen Fällen ist auch eine Vollnarkose möglich, die mit einem stationären Aufenthalt für 24 Stunden verbunden ist. Beide Eingriffe dauern zwischen 60 und 90 Minuten.

Führt die Hyperhidrosis zu physischen und psychischen Beeinträchtigungen, können die Kosten für den Eingriff bei der Krankenkasse geltend gemacht werden. Diese liegen, abhängig vom Verfahren, ca. zwischen 1.500 und 2.300 Euro.

Fühlen Sie sich vollständig beraten und aufgeklärt, vereinbaren Sie einen Termin für die OP. Hierbei sollten Sie auch eine Begleitperson mit einbeziehen, die Sie nach dem Eingriff heim bringen kann.

In Absprache mit Ihrem Hausarzt sollten Sie blutverdünnende Medikamente ein bis zwei Wochen vor der OP absetzen. Die Haut im zu behandelnden Bereich sollte intakt sein. Am Tag vor der OP sind die Haare in den Achseln vollständig zu entfernen, am OP-Tag selbst sollten Sie morgens Duschen oder sich ausreichend Waschen und kein Deodorant oder Puder nutzen.

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