Küche · 60 Minuten
Kochen für eine Person — ohne Resteschuld
Der Satz, den ich mir jahrelang gesagt habe: „Für mich allein lohnt sich das nicht."
Er ist bemerkenswert, wenn man ihn laut ausspricht. Für andere lohnt sich eine Stunde Aufwand, für mich nicht. Ich hätte das nie so formuliert, aber genau so habe ich gehandelt.
Woran es wirklich lag
Nicht am Aufwand. An den Resten.
Wenn ich für eine Person koche, bleibt immer etwas übrig — ein halber Kohlrabi, drei Kartoffeln, der Rest Sahne. Das steht dann im Kühlschrank und wird zu einem stummen Vorwurf, bis ich es wegwerfe.
Die Reste haben mich abgehalten, nicht die Zeit.
Was ich geändert habe
Ich koche für zwei und esse einmal davon am nächsten Tag. Das klingt banal, löst aber genau das Problem: Die Reste sind keine Reste mehr, sondern ein geplantes Essen.
Nebeneffekt: Der Dienstag, an dem ich sonst zu müde zum Kochen war, ist erledigt, bevor er anfängt.
Was ich benutze
Vorratsdosen aus Glas, stapelbar
Ich habe lange Plastikdosen benutzt und sie nie wieder aufgemacht, weil man nicht hineinsieht. Glas hat das bei mir geändert — was ich sehe, esse ich auch.
Bei Amazon ansehen Werbelink, öffnet in neuem FensterDer Teil, der eigentlich zählt
Ich decke den Tisch. Auch wenn niemand kommt.
Das habe ich lange albern gefunden. Es ist der Unterschied zwischen essen und sich versorgen. Über der Spüle stehend habe ich mich nie satt gefühlt, egal wie viel auf dem Teller war.
Eine Stunde ist keine verlorene Stunde
Ich habe aufgehört, das Kochen als etwas zu sehen, das vor dem Abend liegt. Es ist der Abend.
Am Anfang habe ich dabei Musik gehört und mich beeilt. Inzwischen nicht mehr. Schneiden ist eine der wenigen Tätigkeiten, bei denen ich nicht gleichzeitig etwas anderes machen kann — und genau das ist der Wert daran.
Persönlicher Erfahrungsbericht, keine gesundheitliche Beratung. Wenn es dir länger schlecht geht, sprich bitte mit einer Ärztin oder einem Arzt.